Neues aus der digitalen Konfliktforschung (Frühjahr 2026)
Die neue Rundschau legt zum ersten Mal den Fokus nur auf aktuelle Studien zu Hass und Desinformation im Netz (und zum Streit darüber), die aus Perspektive der digitalen Konfliktforschung unter die Lupe genommen werden. Fünf Kurzbesprechungen gibt es diesmal zu folgenden Themen: Das Echo der Überzeugungen (Jannik Fenger & Martin Vinæs Larsen) +++ Der X-Algorithmus im Test (Germain Gauthier et al.) +++ Die Zufälligkeit des Rechthabens (Eilna Lindgren et al.) +++ Die Motive toxischer Kommunikation (Jesper Sommer Rasmussen) +++ Das Fluten der öffentlichen Zone (Helen Fischer et al.).
Mit der neunten Ausgabe von Machine Against the Rage gibt es Veränderungen in der Rundschau. Aufmerksame LeserInnen werden sich erinnern, dass die Rubrik einst als Überblick zu aktuellen Maßnahmen gegen Hass im Netz begann – damals noch quartalsmäßig geliefert. Sie umfasste zunächst Berichte aus den Bereichen der strategischen Interaktion, der technischen Kuration und der politischen Regulation. Abgedeckt waren damit also Maßnahmen zivilgesellschaftlicher Akteure, der Plattformbetreiber und der staatlichen Politik. Bereits zur vierten Ausgabe, im Herbst 2023, hatten wir die Rubrik um eine Sektion zur analytischen Reflexion erweitert. Vorgestellt wurden hier aktuelle Studien, die für die Praxis relevant sind.
Von nun an werden wir uns in der Rundschau auf solche Studien konzentrieren. Damit wollen wir mehr Wissen bereitstellen, mit dem sich Maßnahmen gegen Hass und Desinformation im Netz reflektieren lassen – auch und gerade, weil sie stets auch Teil der Dynamiken sind, die diese Phänomene hervorbringen. Wissenschaftliche Studien liefern nicht nur Daten über Reichweiten, Wirkmechanismen und Akteurskonstellationen, sondern geben auch eine wichtige Orientierung für Akteure, um sich in den digitalen Konflikten verorten zu können. Die stärkere Fokussierung auf Forschungsperspektiven soll so dazu beitragen, aktuelle Entwicklungen besser einordnen, Maßnahmen fundierter bewerten und Handlungsansätze kritisch diskutieren zu können.
In dieser Ausgabe vorgestellt werden folgende Arbeiten:
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- Jannik Fenger & Martin Vinæs Larsen, »Do Beliefs Echo? On the Persistent Effects of Misinformation After Effective Corrections«, in: Political Communication (Februar 2026), S. 1–11, online hier (vorgestellt von Franziska Martini).
- Germain Gauthier, Roland Hodler, Philine Widmer & Ekaterina Zhuravskaya, »The Political Effects of X’s Feed Algorithm«, in: Nature, Nr. 652 (Februar 2026), S. 416–423, online hier (vorgestellt von Wyn Brodersen).
- Elina Lindgren, Isabella Glogger, Nora Theorin, Hajo G. Boomgaarden, Torun Lindholm & Jesper Strömbäck, »Politically Knowledgeable or Directional (Mis)Believers? How to Identify Those Who Are Correct About Political Facts for the ›Wrong‹ Reasons«, in: Communication Research (November 2025), online hier (vorgestellt von Holger Marcks).
- Jesper Sommer Rasmussen, »Toxic Speech as Political Participation. How Social Media Users Justify Toxicity in Political Discussions«, in: New Media & Society (Januar 2026), online hier (vorgestellt von Maik Fielitz).
- Helen Fischer, Vladimir Bojarskich, Carolin-Theresa Ziemer, Winnifred Louis, Markus Huff & Tobias Rothmund, »Zoneflooding, Public Confusion and Signal Detection Theory. A Theoretical Framework and Registered Report«, in: Political Psychology, Nr. 2, Jg. 47 (März 2026), e70076, online hier (vorgestellt von Iliann Saget).
- Jannik Fenger & Martin Vinæs Larsen, »Do Beliefs Echo? On the Persistent Effects of Misinformation After Effective Corrections«, in: Political Communication (Februar 2026), S. 1–11, online hier (vorgestellt von Franziska Martini).
Zitationsvorschlag: Machine Against the Rage, »Neues aus der digitalen Konfliktforschung (Frühjahr 2026)«, in: Machine Against the Rage, Nr. 9, Frühjahr 2026.