Vom Chat zum Staatsstreich
Das digitale Ökosystem der Patriotischen Union
Am frühen Morgen des 7. Dezembers 2022 durchsucht die Polizei über 140 Objekte, darunter ein Jagdschloss, Büros, Waffenlager. Der Vorwurf: Eine Gruppe aus Reichsbürgern, Ex-Militärs, Verschwörungsgläubigen und Querdenkern soll einen bewaffneten Umsturz geplant haben. Die Patriotische Union, so der Name des Zusammenschlusses, ist der sichtbarste Moment eines Schattennetzwerks, das sich online längst organisiert hat. Bereits seit dem versuchten Sturm auf den Reichstag 2020 besetzen Akteure der Querdenken- und Reichsbürger-Bewegung gemeinsam digitale Räume.[1] Doch wie genau konnten sie überhaupt (online) zusammenfinden und letztlich gemeinsam einen Umsturz planen? Schließlich trennen sie auf den ersten Blick nicht nur ihr Auftreten, sondern auch ihre politischen Ziele.
Was sie zweifellos verbindet, ist das Feindbild unserer Regierung. Verschwörungstheoretisch eingebettet ist es Teil eines größeren Weltbildes von Gut gegen Böse. Seit der Pandemie beflügelt die gegenseitige Bestätigung dieses Hasses ihre Annäherung – sowohl online als auch offline. Aus vorigen Forschungsarbeiten wissen wir, dass die pandemische Krise zu einem massiven Ausbau der Online-Infrastruktur extremistischer Akteure vor allem auf Telegram geführt hat.[2] Die einzelnen Bestandteile dieser digitalen Extremismuslandschaft wurden dabei weniger erschlossen. Diese dunklen Ecken wollten wir ausleuchten: Wie setzt sich die digitale Infrastruktur des Querdenken- und Reichsbürger-Milieus im Vergleich zusammen? Gibt es dabei Plattformtypen, die ihre im Dezember 2022 aufgedeckten Umsturzpläne (wie) begünstigt haben? In diesem Recap fassen wir unsere Forschungsarbeit zu diesen Fragen zusammen.
Dieser Recap basiert auf einem Beitrag der in Kürze veröffentlicht wird: Leoni Heyn & Joe Whittaker, »Drilling a Telegram-YouTube Pipeline: Cross-Platform Affordances of German Anti-Government Extremist Networks«, in: Studies in Conflict & Terrorism, Jg. 48 (2025) (im Erscheinen hier).
Stichprobenauswahl und URL-Analyse
Zur Beantwortung der offenen Fragen haben wir zunächst ein Modell entwickelt, das Plattformen nach ihrer Mobilisierungsfunktion im Gruppenkontext typisiert. Unser Ziel war es, die Forschung zu den sogenannten Affordanzen sozialer Medien zu erweitern. Denn bisherige Modelle konzentrieren sich überwiegend darauf, wie Plattformen Radikalisierung bei Individuen begünstigen können.[3] Doch wer als Gruppe einen Staatsstreich plant, braucht neben Mitgliedern auch Ressourcen. Also haben wir zur Affordanz-Theorie und der Radikalisierungsforschung zu Gruppendynamiken noch die Theorie der Ressourcenmobilisierung hinzugezogen,[4] um ein Typenmodell zu erarbeiten. In einem nächsten Schritt haben wir dieses Modell explorativ anhand empirischer Daten zum Umsturzversuch überprüft und weiterentwickelt.[3]
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Flourish zu laden.
Plattformtypen für Gruppenmobilisierung auf Basis der Modelle von Frischlich et al. (2022) und Schulze et al. (2022)
Um dabei Unterschiede zwischen den Milieus greifbar zu machen, bietet der Ansatz des »Anti-Government-Extremism« (AGE) ein hohes Erklärungspotenzial. Angelehnt an die Arbeit von Sam Jackson verstehen wir Querdenken als eine Form des anlassbezogenen AGE (hier: die Corona-Maßnahmen) und das Reichsbürgermilieu als ideologische Form des AGE, die in ihrer grundsätzlichen Negation der Souveränität der BRD begründet ist.[5]
Da Telegram von beiden Milieus stark genutzt wird, konzentrierten wir uns auf diese Plattform als Fenster in ihre digitalen Ökosysteme. Dafür war es zunächst notwendig, zwei vergleichbare und repräsentative Stichproben an Kanälen zu ziehen, die die Chat-Kommunikation beider Milieus bis zum Umsturzversuch abbilden.[6] Aus diesen Kanälen erhoben wir dann zwischen dem versuchten Sturm auf den Reichstag (August 2020) und dem vereitelten Umsturz (Dezember 2022) 785.856 Nachrichten und extrahierten daraus 332.506 URLs.
Im nächsten Schritt bereinigten wir die URLs: Doppelte Domains (z.B. facebook.de, fb.me) wurden zusammengeführt, URLs ohne Social-Media-Bezug (z.B. Links zu Nachrichtenseiten) aussortiert. Um zuletzt die Muster im Plattformverhalten sichtbar zu machen, haben wir alle gefundenen Plattformen unserem Typenmodell zugeordnet. Da uns auch interessierte, ob unser theoretisches Modell statistisch signifikant ist und ob sich beide Gruppen tatsächlich unterschiedlich durch dieses Ökosystem bewegen, haben wir zusätzlich einen Chi-Square-Test durchgeführt.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
Bei der Auswertung der URLs zeigte sich, dass sich beide Milieus ein breit gestreutes digitales Ökosystem aufgebaut haben: Insgesamt konnten wir 34 unterschiedliche Plattformen identifizieren. Davon verlinkte das Querdenken-Milieu auf 30 und das des Reichsbürgertums auf 28. Auf den ersten Blick verweist diese stichprobenübergreifend breite Auswahl an Plattformen auf das große Potenzial sozialer Medien, vielfältig vernetzte Räume für extremistisches Handeln zu schaffen.[5]
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Flourish zu laden.
Gesamtverteilung der URLs aufgeschlüsselt nach Plattform.
Schaut man jedoch genauer hin, fällt auf, dass sich beide Ökosysteme auf einige wenige Plattformen konzentrieren. Ein kurzer Blick auf die Top drei beider Milieus zeigt eine starke Fixierung auf Telegram und YouTube, gibt gleichzeitig aber auch erste Hinweise auf milieuspezifische Unterschiede. Trotz der Diversifizierung der Verlinkungen spielen die meisten Plattformen keine nennenswerte Rolle: 98 Prozent aller Plattformen werden weniger als fünf Prozent geteilt. Vor allem die Reichsbürger-Stichprobe illustriert diese Konzentration mit knapp 62 Prozent, die auf Telegram und 25 Prozent, die auf YouTube entfallen. Auch wenn diese Aussage auf Querdenken ebenso zutrifft, nutzt das Protestmilieu Telegram zu zehn Prozent weniger und verlinkt zu einem größeren Anteil auf X/Twitter, Facebook oder Paypal.
Die dominante Rolle von Telegram in beiden Milieus ist in jedem Falle auffällig, wenn man bedenkt, dass wir Links zu anderen Social-Media Plattformen jenseits von Telegram untersuchen wollten (sog. Outlinks). Die Rückführung eines Großteil der geteilten Links zu Telegram (sog. Inlinks) legt nahe, dass URLs genutzt werden, um innerhalb des Telegram-Kosmos zu netzwerken. Denn Posts werden typischerweise ohne Link direkt weitergeleitet. Insgesamt bestätigt dieses Ergebnis bereits vorliegende Analysen zum rechtsextremen Rand: Telegram scheint besonders gut die Funktionen zu erfüllen, die solche Gruppen benötigen.[7]
Eine breite Nutzung der etablierten Mainstream-Plattformen konnten wir im Kontrast zu den vorigen Analysen nur eindeutig für YouTube und zu einem geringen Teil für Twitter/X und Facebook nachweisen. Während Querdenken insgesamt zu 12,1 Prozent auf beide Plattformen verweist, sind es bei der Reichsbürger-Stichprobe lediglich 3,6 Prozent. Hier zeigen sich erste milieuspezifische Unterschiede. So sind, abgesehen von YouTube, Mainstream-Plattformen für die Reichsbürger-Szene nicht von Bedeutung. Stattdessen binden sie eher alternative Videoplattformen ein; am meisten Odyssee. Es finden sich unter den zehn Videoplattformen auch solche, die von Szenenakteuren wie Attila Hildmann (wtube.org) oder Heiko Schrang (wirtube.de) betrieben werden.
Zieht man nun abschließend einen Vergleich zwischen den Ökosystemen, konzentrieren sich Reichsbürger viel stärker auf Telegram und YouTube (86,2 Prozent aller Links), während Querdenken (72,8 Prozent) etwas breiter streut. Zugleich teilen Reichsbürger insgesamt mehr URLs, was auf eine höhere Distributionsintensität hinweist.
Betrachtet man diese Unterschiede nun durch die AGE-Brille, lassen sich diese als unterschiedliche strategische Ansprüche der Milieus an soziale Medien erklären. So erscheint beim radikalen Kern von Querdenken, interpretiert als eine anlassbezogene Form des AGE, eine größere Einbindung von reichweitenorientierten sozialen Medien wie Twitter/X oder Facebook notwendig. Ihr Charakter als Protestbewegung benötigt eine öffentlichkeitswirksame Mobilisierungsstrategie. Das ist zeit- und kostspielig. Die führenden Köpfe der Bewegung bitten deswegen regelmäßig um Spenden via Paypal (so bei 2.733 URLs, d.h. bei 3,1 Prozent).
Verstehen wir wiederum Reichsbürger als ideologische Form des AGE, erfordert ihre verschwörungstheoretisch und pseudojuristisch strukturierte Ablehnung des Staates weitaus weniger öffentliche Rechtfertigung. Vielmehr agieren Reichsbürger als geschlossene und semi-öffentliche Gruppen (zuweilen »Königreiche« genannt), wofür an erster Stelle eine diskrete und zugleich unkomplizierte Kommunikation notwendig ist. Das bietet insbesondere Telegram mit seiner minimalen Moderation, der optionalen Verschlüsselung und der nur zurückhaltenden Kooperation mit Behörden. Die Ermittlungen zur Patriotischen Union zeigen zudem, dass sie im Extremfall auf persönliche Rekrutierung setzen, um Verfolgung zu vermeiden.[8]
Plattformtypen und gruppenbezogene Mobilisierung
Die Gegenüberstellung der strategischen Ausrichtungen deutet bereits an, welche Funktionen soziale Medien für extremistische Gruppen bereitstellen können. In unserer Typologisierung berücksichtigen wir daher auch die sogenannten Affordanzen – also die Art und Weise, wie die technische Architektur von Plattformen gruppenbezogenes Handeln online und offline begünstigen kann. Anhand der Ergebnisse eines Chi-Square-Tests haben wir zunächst das theoretische Modell für die sieben statistisch signifikanten Plattformtypen weiterentwickelt. Die zentrale Frage dabei war: Welche Affordanzen bieten die jeweiligen Typen (Instant Messenger, Microblogging, Money, Short Video, Social Networking, Streaming und Video) für die Mobilisierung und Radikalisierung bis zum vereitelten Umsturzversuch? Dabei unterscheiden wir zwischen einem rein strategischen Nutzen für Inter-Gruppen-Mobilisierung sowie verhaltensbezogenen und kognitiven Radikalisierungsaffordanzen für Gruppen.
Instant-Messenger (Telegram, WhatsApp)
Verhaltensbezogene Konnektivität und Infrastruktur
Instant-Messenger bieten durch ihre einfach zugängliche Infrastruktur zur Echtzeitkommunikation starke verhaltensbezogene Affordanzen, die Kontakt innerhalb und zwischen Gruppen ermöglicht. Drei unterschiedliche technische Möglichkeiten für Gruppen-Kontakt sind dabei von Interesse: Erstens sorgen öffentliche Gruppenchats vor allem für Interaktion innerhalb von Gruppen und erleichtern so Planung, Kommunikation und Polarisierung. Zweitens begünstigen Broadcasting- bzw. Info-Kanäle die einfache Koordination in Gruppen; Querdenken nutzte etwa dieses One-to-Many-Sprachrohr zur Verteilung von Demoterminen. Die Weiterleitungsfunktion fördert drittens den Kontakt zwischen Gruppen unterschiedlicher Milieus, indem mit einem Klick Nachrichten, Termine und Narrative in unterschiedliche Gruppen gestreut werden können. So fungieren Instant-Messenger als Möglichkeitsräume für verhaltensbezogene Radikalisierung und Mobilisierung.
Video (v.a. YouTube, Odysee, BitChute)
Kognitive Einflussnahme und parasoziale Bindung
Im Gegensatz zu Instant-Messengern bieten Video-Plattformen vor allem kognitive Affordanzen für Radikalisierung. Videos schaffen Nähe: Sie ermöglichen extremistischen UserInnen, ihre Persönlichkeiten, Narrative oder Ideologien ausführlich und durch Musik oder Schnitttechniken emotional zugespitzt zu teilen. Dieser emotionale und persönliche Bezug kann einen Bindungsaufbau bei ZuschschauerInnen fördern, sogenannte parasoziale Beziehungen. Darüber hinaus bieten Video-Plattformen jedoch wenig gruppenspezifische Funktionen. Verhaltensbezogener Gruppenaustausch kann nur durch gezieltes Kommentieren einzelner Videos oder milieuübergreifend produzierter Formate wie Interviews hergestellt werden.
Microblogs (v.a. X/Twitter, Gettr)
Diskursive Verdichtung & Echtzeitmobilisierung
Der Kampf um die Deutungshoheit wird in 280 Zeichen geführt. Microblogging-Plattformen bieten verhaltensbezogene und kognitive Affordanzen, da hier Narrative verknappt, emotionalisiert und in Echtzeit auf politische Entwicklungen projiziert werden können. Über Retweets kann so der Diskurs zwischen Gruppen erleichtert werden. Hashtags bieten dabei zusätzliche digitale Sammelpunkte, über die Gruppen kurzzeitig online und offline zueinanderfinden können.
Soziale Netzwerke (v.a. Facebook)
Selbstdarstellung und Milieubindung
Profile, Freundeslisten, Gruppenseiten, Likes und Kommentare: Soziale Netzwerke verweben verhaltensbezogene und kognitive Kontaktpunkte. Sie ermöglichen sowohl öffentliche Positionierung als auch gruppeninterne Mobilisierung. Die Selbstdarstellung über Profile und Posts eignet sich darüber hinaus besonders für gezielte Rekrutierung im Mainstream. Im Vergleich zu Instant-Messengern sind Gruppenaustauschfunktionen hier jedoch begrenzt.
Dienstleistungen (z.B. Paypal)
Ressourcenmobilisierung und Vertrauensbildung
Finanzierungsplattformen ermöglichen eine dezentrale finanzielle Unterstützung für Anlässe und Milieumanager (z.B. durch Crowdfunding oder Spenden), was die Schwelle für kostenintensive Aktivitäten senken kann. Gleichzeitig erzeugen Spendenaktionen auch ein Gefühl von Zugehörigkeit und Vertrauen: Wer überweist, fühlt sich als Teil der Bewegung.
Kurzvideo (TikTok, Instagram)
Mainstreaming und Popkulturelle Tarnung
Kurzvideoformate bieten kognitive Affordanzen, um Narrative in unterhaltsame, trendkompatible Formate zu verpacken. Memes, Musik und visuelle Gags machen radikale Botschaften teilbar; je polarisierender, desto eher hilft dabei der Algorithmus. Das ist insbesondere für die Erschließung jüngerer Zielgruppen hilfreich. Die strategische Nützlichkeit für Gruppenmobilisierung und Austausch ist darüber jedoch begrenzt: Sie sind primär Werbeflächen, dafür aber weniger starke Infrastrukturen wie Telegram oder Bindungsgeber wie YouTube.
Streaming (Twitch, DLive)
Hybridisierung von digitaler und physischer Mobilisierung
Livestreams hybridisieren kognitive und verhaltensbezogene Interaktion, indem Offline-Ereignisse in Echtzeit emotional erlebt werden können (kognitiv), während zugehörige Chats eine kommunikative (verhaltensbezogene) Teilhabe ermöglichen. Besonders in polarisierten Milieus kann das Streaming von Veranstaltungen Gruppenidentität und Nähe erzeugen, ohne dass physische Anwesenheit erforderlich ist. Gleichzeitig können Interviewformate zur Stärkung von Narrativen und zur Förderung des Cross-Milieu-Diskurses beitragen.
Implikationen für Forschung und Praxis
Wir konnten in unserer Analyse vor allem zwei Dinge herausarbeiten: Zunächst einmal läuft die häufige Gleichsetzung von Querdenken und Reichsbürgertum im Sammelbecken des rechtsextremen Randes Gefahr, milieuspezifische Unterschiede im digitalen Nutzungsverhalten zu übersehen. Das kann vor allem für Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen problematisch sein. Denn wenn verhindert werden soll, dass ExtremistInnen online an Zulauf gewinnen, müssen wir verstehen, aus welchen strategischen Gründen sie welche Plattformen bespielen. Der Zulauf im Kontext des versuchten Umsturzes illustriert zudem, dass nicht nur die strategischen Anforderungen extremistischer Milieus unterschiedlich sein können, sondern auch, dass soziale Medien Gruppen mit extremistischen (Offline-)Absichten einen Blumenstrauß an Möglichkeitsräumen für Radikalisierung, Koordination und Mobilisierung zur Verfügung stellen.
Für Praxis und Forschung ist es jedoch wichtig, den größeren Kontext des Ökosystems nicht aus den Augen zu verlieren. Vor allem im Gruppenkontext begünstigen und benötigen sich unterschiedliche Plattformarchitekturen gegenseitig. So haben wir etwa herausgefunden, dass Telegram und YouTube beide Ökosysteme dominieren und dabei unterschiedliche verhaltensbezogene und kognitive Möglichkeitsräume bieten. Ihre gefährliche Wirkung für Radikalisierung und Mobilisierung kann sich aber nur gemeinsam entfalten: Ohne das Teilen der YouTube-URLs in Telegram-Kanälen fehlt es an der Möglichkeit, mit Videos gezielte Gruppen emotional zu erreichen. Die Telegram-YouTube-Pipeline funktioniert als symbiotische Mobilisierungsmaschine.
Leoni Heyn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel. Sie promoviert zur Verschmelzung der regierungsfeindlichen Online-Milieus von Querdenken, Reichsbürgertum und QAnon.
Fußnoten
[1] Siehe Leoni Heyn, »On Querdenken, Reichsbürger and the Patriotic Union: The Formation of an Anti-Government Extremist Networks in Germany«, in: Perspectives on Terrorism, Nr. 1, Jg. 19, (2025), S. 91-111.
[2] Vgl. für Querdenken und Reichsbürger z.B. Heidi Schulze u.a., »Far-right conspiracy groups on fringe platforms: a longitudinal analysis of radicalization dynamics on Telegram«, in: Convergence: The International Journal of Research into New Media Technologiens, Nr. 4, Jg. 28 (2022), S.1103-1126; Jan Rathje, Durch die Krise ins Reich. Postpandemische Entwicklungen von ‘Reichsbürgern’ und Souveränist:innen in Deutschland, hhg. v, CeMAS (Berlin, 2023), online abrufbar hier.
[3] Vgl. z.B. Heidi Schulze, Juliam Hohner & Diana Rieger, »Soziale Medien und Radikalisierung«, in: Liane Rothenberger, Jannis Jost & Stefan Hansen (Hg.), Terrorismusforschung. Interdisziplinäres Handbuch für Wissenschaft und Praxis (Baden-Baden: Nomos, 2022), S. 319-331; Lena Frischlich u.a., Rückzug in die Schatten? Die Verlagerung digitaler Foren zwischen Fringe Communities und „Dark Social“ und ihre Implikationen für die Extremismusprävention, hgg. v. BICC (Bonn, 2022), online abrufbar hier.
[4] Zu den Grundlagen der Afforanz-Theorie vgl. James Gibson, The Ecological Approach to Visual Perception. Classic Edition (New York: Psychology Press, 2014); Sandra Evans u.a., »Explicating Affordances: A Conceptual Framework for Understanding Affordances in Communication Research«, in: Journal of Computer-Mediated Communication, Nr. 1, Jg. 22 (2017), S. 35-52. Für die Theorie der Ressourcenmobilisierung vgl. Bob Edwards, John, D. McCarthy & Dan R. Mataic, »The Resource Context of Social Movements«, in: David A. Snow u.a. (Hg.), The Wiley Blackwell Companion to Social Movements, Second Edition, (Hoboken: John Wiley & Sons 2019), S. 79-97; Craig J. Jenkins, »Resource Mobilization Theory and the Study of Social Movements«, in: Annual Review of Sociology, Jg. 9 (1983): S. 527–53.
[5] Sam Jackson, »Anti-Government Extremism«, in: Perspectives on Terrorism, Nr. 4, Jg. 16 (2022), S. 9-18.
[6] Dafür haben wir einen dreistufigen Sampling-Prozess mithilfe von Stichwortlisten (Seeds) und theoriegeleiteten Inklusionskriterien durchgeführt. Durch systematisches Codieren der relevanten Phänomenbereiche der Querdenker (subsumiert unter „Delegitimierung des Staates“) und Reichsbürger der 35 Verfassungsschutzberichte zwischen 2020-2022 sowie vergleichbarer akademischer Literatur begannen wir mit 631 potenzielle Querdenken- und 181 Reichsbürger-Kanälen, die wir in den drei Runden auf jeweils 43 bereinigten.
[7] Vgl. LMU, Mainstreaming; Paula Matlach & Dominik Hammer, The German Far Right Online. A Longitudinal Study, hgg. v. Institute for Strategic Dialogue (Berlin, 2024), online abrufbar hier.
[8] Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, »Anklage gegen acht Personen u.a. wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines hochverrräterischen Unternehmens vor dem Oberlandesgericht München erhoben«, 12. Dez. 2023, online hier.