Glossar
Die Zahl 271 wird in antisemitischen und den Holocaust leugnenden Kreisen als Code verwendet. Sie verweist auf die falsche Behauptung, während des Holocaust seien lediglich rund 271.000 Jüdinnen und Juden ermordet worden. Grundlage ist eine gezielte Fehlinterpretation unvollständiger Sterbeurkunden aus Konzentrationslagern. Tatsächlich ermordete das nationalsozialistische Regime rund sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden. Der Code dient dazu, die nationalsozialistischen Verbrechen zu verharmlosen.
4chan ist ein sogenanntes Imageboard, das vor allem im Zusammenhang mit rechtsextremen Memes, Verschwörungserzählungen und Terroranschlägen bekannt geworden ist. Eine Besonderheit dieser Art von Internetforum besteht darin, dass die meisten NutzerInnen unter der voreingestellten Bezeichnung »Anonymous« posten. Zudem bleiben Beiträge nur für begrenzte Zeit sichtbar, da ältere Inhalte durch neue verdrängt und nur teilweise archiviert werden. Die Verbindung von Anonymität und Flüchtigkeit erschwert die Zuordnung von Beiträgen und begünstigt eine schnelle, kaum kontrollierte Verbreitung von Inhalten.
Alex Jones ist ein US-amerikanischer Verschwörungsideologe und Gründer des Online-Portals Infowars. Bekannt wurde er durch Falschbehauptungen, unter anderem über den Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule. Zudem verbreitet er Verschwörungserzählungen über einen angeblichen »Deep State«, Impfungen und globale Eliten. Mit seiner großen Reichweite prägt er digitale Debatten weit über die USA hinaus.
Die Abkürzung steht für »American Israel Public Affairs Committee«, einen einflussreichen proisraelischen Lobbyverband in den USA. Der Verband steht wegen seines Lobbyismus und seiner Positionen zur Nahostpolitik häufig in der Kritik. In antisemitischen Narrativen wird AIPAC jedoch als Chiffre für eine angebliche »jüdische Kontrolle« der US-amerikanischen Politik missbraucht. Sachliche Kritik am Verband ist davon zu unterscheiden.
Algospeak bezeichnet eine sprachliche Praxis in sozialen Medien, mit der Moderationsfilter oder algorithmische Benachteiligungen umgangen werden sollen. Begriffe werden verändert, umschrieben oder durch Emojis ersetzt. So wird etwa »unalive« anstelle von »dead« verwendet. Algospeak kann dem Selbstschutz dienen, wenn NutzerInnen sensible Themen ansprechen möchten. Die Praxis wird jedoch auch eingesetzt, um problematische Inhalte an automatischen Filtern vorbeizuschleusen.
Hierbei handelt es sich um eine 2024 verabschiedete EU-Verordnung zur Regulierung Künstlicher Intelligenz, die am 1. August 2024 in Kraft trat. Sie ist das weltweit erste umfassende Regelwerk in diesem Bereich. Der AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz: Je größer die möglichen Gefahren eines KI-Systems sind, desto strenger fallen die Anforderungen aus. Aufgrund des großen europäischen Binnenmarktes und der hohen Bevölkerungszahl hat die Verordnung erheblichen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Europäischen Union.
Der Attention-Mechanismus ist eine Technik des maschinellen Lernens, die es einem Modell ermöglicht, dynamisch zu erlernen, welche Bestandteile einer Textsequenz für die Verarbeitung eines bestimmten Wortes relevant sind. Dadurch lassen sich auch Abhängigkeiten über längere Textpassagen hinweg abbilden. Zugleich ermöglicht die Parallelisierbarkeit eine nicht ausschließlich chronologische Verarbeitung von Textdaten, wie sie zuvor kaum möglich war. Beide Vorteile führten zu einem erheblichen Fortschritt bei der Verarbeitung großer Textmengen und bildeten eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Large Language Models (LLMs). Bei sehr langen Sequenzen kann der Rechenaufwand allerdings weiterhin stark ansteigen.
Die Alt-Right, kurz für »Alternative Right«, ist eine rechtsextreme Bewegung, die sich vor allem über digitale Plattformen formiert hat und ihren Ursprung in den USA hat. Sie gilt als Bezugspunkt für eine junge Generation von AnhängerInnen weißer Vorherrschaft und strebt eine ethnisch homogene Bevölkerungsstruktur an. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihren exzessiven Online-Aktivismus. Mithilfe von Memes, Trolling und koordinierten Kampagnen verbreitet sie ihre Inhalte, greift politische GegnerInnen an und versucht, öffentliche Debatten zu beeinflussen.
Dieser Organisationsansatz bezeichnet eine von US-amerikanischen Neonazis gegründete Bewegung, die der Ideologie der White Supremacy folgt. Im Mittelpunkt ihrer Agitation und Propaganda stehen Kampfsport, ein auf Selbstoptimierung ausgerichteter Lebensstil und das martialische Auftreten als Gang, während konkrete ideologische Inhalte eher in den Hintergrund treten. Auf diese Weise sollen insbesondere jüngere Menschen angesprochen und als neue Mitglieder für ein dezentral und militant organisiertes Netzwerk rekrutiert werden. Die gemeinsame körperliche Betätigung dient dabei zugleich der Gemeinschaftsbildung und ideologischen Festigung.
Der österreichische Online-Sender AUF1 verbreitet verschwörungsideologische und rechtsextreme Inhalte und erreicht damit ein breites Publikum im deutschsprachigen Raum. Seine Beiträge werden vor allem über die eigene Website, soziale Medien und Messenger-Dienste verbreitet. AUF1 berichtet regelmäßig von Demonstrationen in Deutschland und bietet AkteurInnen aus rechtsalternativen Milieus eine reichweitenstarke Plattform. Geleitet wird der Sender von Stefan Magnet, der seit vielen Jahren in der österreichischen rechtsextremen Szene aktiv ist. Besonders während der Corona-Pandemie gewann AUF1 an Bekanntheit.
Technische Affordanzen bezeichnen die Handlungsmöglichkeiten, die eine Technologie oder Infrastruktur eröffnet, nahelegt oder begrenzt. Sie entstehen im Zusammenspiel von technischen Eigenschaften, Gestaltung und Nutzung und sind daher nicht auf beabsichtigte Anwendungen beschränkt. Zugleich können sich kulturelle Werte und Annahmen der EntwicklerInnen im Design digitaler Plattformen niederschlagen. So prägte die Begrenzung eines Tweets auf zunächst 140, später 280 Zeichen Form, Ton und Inhalt der Kommunikation. Technische Vorgaben beeinflussen damit, wie sich öffentliche Kommunikation entfaltet.
Hierbei handelt es sich um Protestgruppen ohne klar umrissene oder dauerhaft verbindende Zielsetzung. Ihren Zusammenhalt gewinnen sie vor allem aus der Ablehnung dessen, was sie als politischen oder medialen Mainstream wahrnehmen. Ihre Themen wechseln entsprechend den aktuellen Debatten und richten sich häufig gegen Positionen, die als »grün«, liberal oder staatstragend gelten. Viele dieser Gruppen gingen aus den Protesten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hervor. Nach deren Ende griffen sie andere Konfliktthemen auf und bewahrten so ihre mobilisierenden Strukturen.
Hierbei handelt es sich um eine spezifische Ausprägung des Rassismus. Er richtet sich gegen Menschen, die dem Islam angehören oder dafür gehalten werden, und ethnifiziert diese. Das Ressentiment bezieht sich damit nicht in erster Linie auf vermeintlich rassische Merkmale, sondern auf kulturelle oder religiöse, verquickt diese jedoch mit ethnischen Gruppen, insbesondere mit arabischen Gesellschaften. Diese Verquickung wird dadurch erleichtert, dass »muslimisch« ein ambivalenter Begriff ist: Wo der Islam Staatsreligion ist, zeigt er nicht zwangsläufig Gläubigkeit an, sondern kann auch die Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis markieren.
Hierbei handelt es sich um Protestgruppen ohne klar umrissene oder dauerhaft verbindende Zielsetzung. Ihren Zusammenhalt gewinnen sie vor allem aus der Ablehnung dessen, was sie als politischen oder medialen Mainstream wahrnehmen. Ihre Themen wechseln entsprechend den aktuellen Debatten und richten sich häufig gegen Positionen, die als »grün«, liberal oder staatstragend gelten. Viele dieser Gruppen gingen aus den Protesten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hervor. Nach deren Ende griffen sie andere Konfliktthemen auf und bewahrten so ihre mobilisierenden Strukturen.
Ambiguitätstoleranz bezeichnet die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten, Unsicherheiten und Widersprüche auszuhalten, ohne unmittelbar mit Frustration oder Ablehnung zu reagieren. Ist sie gering ausgeprägt, neigen Menschen eher dazu, komplexe Situationen durch starre Kategorien und einfache Regeln zu ordnen. Das psychologische Konzept bezog sich ursprünglich auf soziale Interaktionen im Alltag, lässt sich jedoch auch auf politische Diskurse übertragen. Dort zeigt es, wie Menschen mit widersprüchlichen Informationen, offenen Fragen und konkurrierenden Deutungen umgehen.
Affiliate-Links sind personalisierte Internetverweise, über die kommerzielle Anbieter den Verkauf ihrer Produkte oder Dienstleistungen vergüten. Technisch handelt es sich um gewöhnliche URLs, die einen individuellen Tracking-Code enthalten. Klickt eine Person auf den Link und schließt anschließend einen Kauf ab, kann der vermittelnde Account eine Provision erhalten. Auf diese Weise lassen sich Empfehlungen, Produktvorstellungen und andere Inhalte monetarisieren. Für NutzerInnen ist nicht immer unmittelbar erkennbar, dass mit der Verlinkung ein finanzielles Interesse verbunden ist.
Als Astroturfing werden Versuche bezeichnet, eine von wenigen Personen gesteuerte Kampagne als breit getragene Graswurzelbewegung erscheinen zu lassen. Der Ausdruck leitet sich von »AstroTurf«, einer Marke für Kunstrasen, ab und verweist auf den künstlichen Charakter solcher Initiativen. Besonders im digitalen Raum können einzelne AktivistInnen oder Organisationen mithilfe zahlreicher Accounts, koordinierter Beiträge und gezielter Öffentlichkeitsarbeit den Eindruck breiter gesellschaftlicher Unterstützung erzeugen. Ziel ist es, Aufmerksamkeit zu gewinnen und politische Debatten zu beeinflussen.
Der österreichische Online-Sender AUF1 verbreitet verschwörungsideologische und rechtsextreme Inhalte und erreicht damit ein breites Publikum im deutschsprachigen Raum. Seine Beiträge werden vor allem über die eigene Website, soziale Medien und Messenger-Dienste verbreitet. AUF1 berichtet regelmäßig von Demonstrationen in Deutschland und bietet AkteurInnen aus rechtsalternativen Milieus eine reichweitenstarke Plattform. Geleitet wird der Sender von Stefan Magnet, der seit vielen Jahren in der österreichischen rechtsextremen Szene aktiv ist. Besonders während der Corona-Pandemie gewann AUF1 an Bekanntheit.
Ein Bridging-Algorithmus soll in digitalen Debatten Inhalte hervorheben, die über politische, soziale oder kulturelle Gruppen hinweg Zustimmung erhalten. Anders als Empfehlungssysteme, die vor allem Interaktionen innerhalb ähnlicher Milieus verstärken, berücksichtigt er gruppenübergreifende Resonanz. Ziel ist es, verbindende Positionen sichtbarer zu machen, Polarisierung zu verringern und den Austausch zwischen unterschiedlichen Öffentlichkeiten zu fördern.
Eine Botfarm ist eine technische Infrastruktur, die die Erstellung und Steuerung gefälschter Nutzerprofile auf Social-Media-Plattformen ermöglicht. Mithilfe eingebetteter KI-Werkzeuge kann sie künstliche Profilbilder und biografische Angaben erzeugen, wodurch die Profile für Plattformen schwerer zu erkennen sind. Botfarmen dienen dem Aufbau sogenannter Botnetzwerke oder Botnets: Gruppen automatisierter Programme, die koordiniert posten, liken, kommentieren oder Inhalte teilen. Sie werden häufig eingesetzt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, Trends und Zustimmung vorzutäuschen oder Werbung und Spam zu verbreiten.
Das Akronym BDS steht für »Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen«. Die globale Bewegung zielt darauf, Israel durch wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Boykott zu isolieren und so politischen Druck auszuüben. Nach eigenen Angaben richtet sie sich gegen die Besetzung palästinensischer Gebiete. Der Deutsche Bundestag beschloss 2019, der BDS-Bewegung keine finanzielle Unterstützung und keine öffentlichen Räume zur Verfügung zu stellen, da er ihre Argumentationsmuster und Methoden als antisemitisch einstuft. Auch Projekte, die BDS unterstützen, sollen dem Beschluss zufolge nicht gefördert werden.
Gemeint sind Prozesse, bei denen eine Handlung das Gegenteil ihrer beabsichtigten Wirkung hervorruft. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus der Technik und bezeichnet dort eine Fehlzündung, bei der die Verbrennung außerhalb des vorgesehenen Motorbereichs stattfindet. In den Sozialwissenschaften beschreibt er unbeabsichtigte Gegenwirkungen: So kann der Versuch, eine Meinung zu unterdrücken, ihr zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen. Auch Korrekturen von Falschinformationen können unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass Menschen stärker an ihren ursprünglichen Überzeugungen festhalte.
Eine Blockchain ist ein meist dezentral geführtes digitales Register, dessen Einträge in aufeinanderfolgenden Datenblöcken gespeichert werden. Jeder Block enthält neben Transaktionsdaten einen kryptografischen Hash des vorherigen Blocks und häufig einen Zeitstempel. Dadurch entsteht eine miteinander verknüpfte Kette – die »Chain«. Nachträgliche Änderungen würden auch die folgenden Blöcke betreffen und sind daher nur mit erheblichem Aufwand möglich. Ein Konsensverfahren sorgt dafür, dass sich die beteiligten Rechner auf einen gemeinsamen Stand des Registers einigen. Transaktionen gelten deshalb als besonders fälschungssicher, aber nicht grundsätzlich als irreversibel.
Als erste praktisch etablierte Kryptowährung bildet Bitcoin bis heute den bekanntesten Anwendungsfall der Blockchain-Technologie (siehe Blockchain). Die Blockchain fungiert als öffentlich einsehbares, dezentral geführtes Register, in dem sämtliche Transaktionen dokumentiert werden. Neue Einheiten entstehen durch das sogenannte Mining, während die maximale Menge auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist. Wallets speichern nicht die Bitcoin selbst, sondern kryptografische Schlüssel, mit denen NutzerInnen auf ihre Bestände zugreifen und Transaktionen ausführen können. Eine zentrale Kontrollinstanz gibt es nicht.
Als Black Box gilt ein System, dessen innere Funktionsweise nicht oder nur teilweise einsehbar ist. Beobachten lassen sich lediglich die Eingaben und die daraus entstehenden Ausgaben; welche Prozesse innerhalb des Systems ablaufen, bleibt dagegen unklar. Das Konzept findet unter anderem in der Informatik Anwendung, etwa bei komplexen Modellen künstlicher Intelligenz. Dort sind Ergebnisse zwar messbar, ihre genaue Entstehung ist jedoch oft nur schwer nachzuvollziehen.
Als Burgfrieden wird die weitgehende Aussetzung innenpolitischer und sozialer Konflikte im Deutschen Reich während des Ersten Weltkriegs bezeichnet. Gemeint ist insbesondere die Einbindung der damals noch marxistisch geprägten Sozialdemokratie und der mit ihr verbundenen freien Gewerkschaften in eine nationale Einheitsfront. Die SPD stimmte den Kriegskrediten zu, während die Gewerkschaften auf Arbeitskämpfe verzichteten. Das französische Gegenstück bildete die »Union sacrée«, die jedoch stärker von Streiks, politischen Spannungen und Unruhen unter Soldaten geprägt war.
Eine Content Warning ist ein Warnhinweis, mit dem BetreiberInnen sozialer Medien bestimmte Inhalte kennzeichnen. Solche Hinweise können beispielsweise darauf aufmerksam machen, dass eine Aussage als »umstritten« gilt, oder auf offizielle Informationsseiten verweisen. Zur Identifikation fragwürdiger Inhalte nutzen Plattformen teilweise Meldungen anderer NutzerInnen. Zusätzlich kann Software eingesetzt werden, um entsprechende Beiträge automatisiert zu erkennen. Die Inhalte bleiben dabei meist weiterhin abrufbar, werden jedoch um eine Einordnung oder Warnung ergänzt.
Das von Jürgen Elsässer geführte Magazin für Souveränität gewann im Zuge des »Friedenswinters« 2014/15 an Bedeutung. Elsässer warb damals für eine Querfront linker und rechter KriegsgegnerInnen gegen eine Konfrontation mit Russland. Später rückte Compact zunehmend in die Nähe der AfD. 2021 stufte der Verfassungsschutz das Magazin als gesichert rechtsextremistisch ein. Während der Corona-Proteste beteiligte es sich aktiv an der Mobilisierung. Kennzeichnend ist v.a. die Verbindung verschiedener Strömungen des rechtsextremen und verschwörungsideologischen Spektrums.
Im Kontext der Bewegungsforschung bezeichnet der Begriff einen Prozess, durch den soziale Bewegungen und AktivistInnen Forderungen, Ansprüche oder Rechte gegenüber verschiedenen AdressatInnen formulieren und geltend machen. Dazu zählen die Öffentlichkeit, politische EntscheidungsträgerInnen oder andere relevante AkteurInnen. Im Zentrum steht die strategische Darstellung von Anliegen, um Unterstützung zu mobilisieren, öffentliches Bewusstsein zu schaffen und politische oder gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Claim-Making umfasst damit sowohl den Inhalt einer Forderung als auch die Form ihrer Äußerung.
Der auch als Bestätigungsfehler bekannte Begriff aus der Kognitionspsychologie beschreibt die Neigung, Informationen bevorzugt so zu suchen, auszuwählen und zu interpretieren, dass sie bestehende Erwartungen und Überzeugungen stützen. Widersprechende Hinweise werden dagegen eher übersehen, abgewertet oder strenger geprüft. Der Effekt kann in wissenschaftlichen Untersuchungen, politischen Diskussionen und beim Nachrichtenkonsum auftreten. In sozialen Medien wird er durch die gezielte Auswahl gleichgesinnter Quellen und algorithmische Empfehlungen begünstigt. Dadurch können sich vorhandene Überzeugungen weiter verfestigen.
Der umstrittene Ausdruck bezeichnet die öffentliche Kritik, Ächtung oder den Boykott von Personen und Gruppen, meist wegen als problematisch bewerteter Aussagen oder Handlungen. Ziel kann es sein, Betroffenen Aufmerksamkeit, Plattformen oder gesellschaftlichen Einfluss zu entziehen. BefürworterInnen verstehen entsprechende Praktiken häufig als Form öffentlicher Verantwortungszuweisung, KritikerInnen als Einschränkung offener Debatten. Obwohl der Begriff heute oft als rechter Kampfbegriff gilt, hat aber – ähnlich wie der Begriff der Call-Out Culture – seinen Ursprung in innerlinken Debatten.
Das auch als »Principle of Charity« bekannte Prinzip stammt aus Philosophie und Rhetorik. Es fordert dazu auf, Aussagen möglichst rational und Argumente in ihrer stärksten plausiblen Form zu interpretieren. Dabei wird berücksichtigt, dass sich SprecherInnen missverständlich oder ungenau ausgedrückt haben könnten. EmpfängerInnen sollen zunächst nach dem nachvollziehbaren oder wahren Gehalt einer Aussage suchen, bevor sie diese kritisieren. Ziel ist es, vorschnelle Missverständnisse zu vermeiden und einen vernunftgeleiteten, deliberativen Austausch zu ermöglichen. Wohlwollen bedeutet dabei nicht, Einwände oder Widersprüche auszublenden.
Ein Classifier ist ein Algorithmus des maschinellen Lernens, der Daten vorgegebenen Kategorien zuordnet. Beim überwachten Lernen wird er mit bereits codierten Beispielen trainiert, deren Zielklassen bekannt sind. So wurde auch der Classifier zur Erkennung von Protestaufrufen entwickelt. Beim unüberwachten Lernen sind dagegen keine Kategorien vorgegeben: Der Algorithmus erkennt selbstständig Muster und Strukturen, die anschließend interpretiert werden. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um Klassifikation, sondern etwa um Clustering oder Topic-Modelling. Auf diese Weise wurde das Themenmodell erstellt.
Der Begriff meint eine Gruppe, die über bestimmte Beziehungen verbunden ist. Etwa über Followerschaften, Interaktionen wie Likes oder aber direkte Kommunikation wie das Weiterleiten von Posts oder deren Kommentierung. Speziell bei Kommunikationsnetzwerken, die wir anhand der Weiterleitungen von Telegram-Kanälen rekonstruieren, sollte angemerkt werden, dass die Beziehung erstmal keine exogene Faktoren wie die Ideologie der Akteure bzw. deren ideologische Nähe widerspiegelt. Es zeigt explizit davon unabhängig die Interaktionsbeziehungen und das Interaktionsverhalten.
Das von Jürgen Elsässer geführte Magazin für Souveränität gewann im Zuge des »Friedenswinters« 2014/15 an Bedeutung. Elsässer warb damals für eine Querfront linker und rechter KriegsgegnerInnen gegen eine Konfrontation mit Russland. Später rückte Compact zunehmend in die Nähe der AfD. 2021 stufte der Verfassungsschutz das Magazin als gesichert rechtsextremistisch ein. Während der Corona-Proteste beteiligte es sich aktiv an der Mobilisierung. Kennzeichnend ist v.a. die Verbindung verschiedener Strömungen des rechtsextremen und verschwörungsideologischen Spektrums.
Der Ausdruck bezeichnet heute meist eine Verschwörungserzählung, wonach ein verborgenes Netzwerk aus Geheimdiensten, Verwaltung, Militär, Medien oder Eliten jenseits demokratischer Kontrolle Einfluss auf die Politik ausübe. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem türkischen beziehungsweise südosteuropäischen Kontext und bezog sich auf reale informelle Machtstrukturen, insbesondere auf Verbindungen zwischen staatlichen Stellen und paramilitärischen Kräften. Inzwischen wird er jedoch überwiegend verschwörungsideologisch verwendet.
Der Hashtag beziehungsweise Slogan steht für »Death to the IDF«, also »Tod den israelischen Streitkräften«. Er tauchte im Zusammenhang mit Gaza-Protesten auf und ist stark umstritten, da er je nach Kontext als antimilitärischer Protest, Gewaltparole oder Hasscode verstanden wird. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Parole beim Auftritt des britischen Grime-Duos Bob Vylan auf dem Glastonbury Festival 2025, bei dem der Slogan von der Bühne aus skandiert wurde. Die Mehrdeutigkeit der Formulierung prägt die Kontroverse um ihre politische Einordnung.
Damit ist eine rhetorische Strategie gemeint, bei der politische Aussagen von unterschiedlichen Publika verschieden verstanden werden. Wie eine Hundepfeife, deren Ton nur Hunde wahrnehmen, enthält die Botschaft codierte Signale, die vor allem eine bestimmte Zielgruppe erkennt. Nach außen bleibt sie dagegen unverfänglich oder mehrdeutig. Auf diese Weise lassen sich etwa Moderationsregeln und Deplatforming-Maßnahmen umgehen. Ob tatsächlich eine bewusste Codierung vorliegt, ist im Einzelfall jedoch schwer nachzuweisen. Der Vorwurf des Dogwhistling sollte daher nicht allein auf spekulativen Deutungen beruhen.
Debunking bezeichnet eine Strategie zur Aufdeckung und Widerlegung von Desinformation, Lügen und Mythen, die sich häufig auf digitale Inhalte bezieht. Dabei werden Behauptungen mithilfe von Quellenchecks, Faktenprüfungen oder Bildanalysen untersucht, in ihren ursprünglichen Kontext eingeordnet und gegebenenfalls richtiggestellt. Ziel ist es, falsche oder irreführende Informationen nach ihrer Verbreitung als solche kenntlich zu machen und ihre weitere Verbreitung zu begrenzen. Debunking setzt somit erst ein, nachdem eine fragwürdige Behauptung veröffentlicht wurde.
Der Digital Services Act (DSA) ist eine EU-weite Verordnung für digitale Dienste, die seit dem 17. Februar 2024 vollständig anwendbar ist. Als digitale Dienste gelten dabei Vermittlungsdienste wie Hosting-Anbieter, Online-Marktplätze und soziale Netzwerke. Der DSA soll die Rechte europäischer NutzerInnen im Internet besser schützen und Plattformen zu mehr Transparenz und Rechenschaft verpflichten. Zudem schafft er Verfahren für den Umgang mit rechtswidrigen Inhalten. Sehr große Plattformen müssen außerdem systemische Risiken, etwa durch die Verbreitung von Desinformation, bewerten und begrenzen.
Hierbei handelt es sich um einen Kofferbegriff aus »Deep Learning« und »Fake«. Er bezeichnet manipulierte oder synthetisch erzeugte Inhalte, die mithilfe von Deep Learning erstellt werden. Dabei lassen sich visuelle oder akustische Inhalte so realistisch verändern, dass sie echt wirken. Häufig betrifft dies Gesichter oder Stimmen von Personen, die in Videos oder Audiodateien täuschend echt nachgebildet oder verändert werden.
Deep Learning ist ein Bereich des maschinellen Lernens, der auf tiefen, mehrschichtigen neuronalen Netzen basiert. Es ermöglicht Computern, komplexe Muster in großen Datenmengen wie Bildern und Texten zu erkennen. Aufbauend auf den Arbeiten von Forschenden wie Geoffrey Hinton, Yoshua Bengio und Yann LeCun wurden neuronale Netze in den 2000er Jahren so weiterentwickelt, dass sie effizienter aus Daten lernen konnten. Der Durchbruch erfolgte in den frühen 2010er-Jahren mit dem Einsatz immer tieferer Netzwerke. Dadurch gewann Deep Learning große Bedeutung für die Datenverarbeitung und wurde zu einem wichtigen Wegbereiter generativer KI.
Der Begriff bezeichnet den Prozess, durch den sich bestimmte Normen, kulturelle Praktiken, Ideen, Innovationen, Technologien oder Verhaltensweisen innerhalb einer Gesellschaft oder zwischen verschiedenen Gesellschaften verbreiten. Dieser Prozess umfasst die Übertragung und Übernahme der jeweiligen Elemente durch Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen und kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Die Pfade und Mechanismen solcher Verbreitungsprozesse zu rekonstruieren und zu erklären, ist Gegenstand der Diffusionsforschung.
Die Visualisierung zeigt die Nutzungshäufigkeiten der Hashtags #sylt und #lamourtoujours auf TikTok im wöchentlichen Zeitverlauf seit September 2023 zusammen mit den Häufigkeiten der Nutzung des Songs »L’amour toujours« in TikTok-Videos. Es wurde eine logarithmische Skala verwendet, um sowohl den Höhepunkt der Beliebtheit (mit fast 20k Videos) als auch Änderungen im restlichen Zeitverlauf (mit <200) sinnvoll zusammen darstellen zu können. Zu beachten ist hierbei, dass dadurch Unterschiede in den Häufigkeiten auf den ersten Blick kleiner wirken mögen als sie sind. Inhaltlich auffällig ist, dass die Anzahl hochgeladener Videos mit dem Hashtag #sylt schon vor der medialen Berichterstattung explodierte und quasi zeitgleich mit dieser den Peak erreicht, während die Referenz zu dem Lied (Nutzung des Songs oder als Hashtag) erst verzögert an Popularität gewinnt. Die Annahme liegt nah, dass sich hier im Zeitverlauf der Diskurs vom Ausgangsevent wegbewegte und in die Reproduktion einer kulturellen Praxis überging.
Als »dänischer Weg« wird eine besonders restriktive Migrations- und Asylpolitik bezeichnet. Sie zielt darauf, die Zahl der Asylsuchenden zu senken, und verbindet Integration mit Anforderungen wie Sprachkenntnissen und wirtschaftlicher Teilhabe. Umstritten sind unter anderem strenge Wohnsitzauflagen, befristete Aufenthaltsgenehmigungen und Hürden bei der Familienzusammenführung. BefürworterInnen sehen darin ein wirksames Mittel, um rechtsextreme Kräfte politisch kleinzuhalten. Andere bezweifeln diesen Effekt oder kritisieren, dass dadurch vielmehr deren Positionen in die politische Mitte übernommen werden.
Dissidenz bezeichnet einen Modus des Widerstands, der die Grundordnung eines politischen oder religiösen Systems infrage stellt. Anders als die Opposition bewegt sie sich nicht ausschließlich innerhalb der vorgegebenen Regeln, sondern lehnt diese teilweise oder vollständig ab und überschreitet sie bewusst. Ziel ist eine grundlegende Veränderung der bestehenden Verhältnisse, die auch mit radikalen Mitteln angestrebt werden kann. DissidentInnen verstehen sich damit nicht nur als politische GegenspielerInnen innerhalb eines Systems, sondern als dessen prinzipielle KritikerInnen. Dissidenz muss jedoch nicht zwangsläufig gewaltsam sein.
Die neonationalsozialistische Kleinstpartei versteht sich als nationalrevolutionäre Bewegungspartei. Sie bindet frühere Kameradschaftsstrukturen ein und organisiert sich hierarchisch in regionalen »Stützpunkten«. Zugleich ist sie international mit rechtsextremen und neonazistischen Gruppen vernetzt. Ihre politische Strategie verbindet eine starke Straßenpräsenz mit einem vermeintlich sozialen Aktivismus, etwa durch Hilfsangebote und Kampagnen. Damit versucht die Partei insbesondere junge Menschen anzusprechen und schrittweise an die Ideologie des Nationalsozialismus heranzuführen.
Der Begriff bezeichnet einen methodologischen und theoretischen Ansatz, mit dem die Beziehungen zwischen Akteuren und bestimmten Diskurselementen – etwa Themen, Argumenten, Behauptungen, Narrativen oder spezifischen Hassinhalten – dargestellt werden. Anhand geteilter Diskurselemente lassen sich zudem Beziehungen zwischen Akteuren ableiten, die auch unabhängig von direkten oder indirekten Interaktionen bestehen können.
Damit sind Menschen gemeint, die neue technische Errungenschaften oder Produkte frühzeitig verwenden – nach den InnovatorInnen beziehungsweise EntwicklerInnen. In der Diffusionsforschung gelten sie als zentral für die Verbreitung von Ideen und Praktiken. Als vergleichsweise risikobereite und neugierige AkteurInnen erproben sie Innovationen, machen diese in ihrem Umfeld bekannt und können ihnen so zum Durchbruch verhelfen. Erst danach beginnt die sogenannte »Early Majority«, die frühe Mehrheit, die neue Nutzung in größerem Umfang zu übernehmen.
Die Idee autonom durchgeführter Gewalttaten durch Einzeltäter – sogenannte einsame Wölfe – geht auf den US-amerikanischen Neonazi William Luther Pierce III. zurück, der unter dem Pseudonym Andrew Macdonald The Turner Diaries veröffentlichte. Diese als Roman getarnte Anleitung zum bewaffneten Kampf beeinflusst Rechtsterroristen bis heute. Kennzeichnend für die Strategie ist, dass die TäterInnen nicht organisiert sind, um sich der Erfassung durch Sicherheitsbehörden zu entziehen. Der Begriff wurde von der Terrorismusforschung übernommen und auch auf den islamistischen Phänomenbereich angewandt, insbesondere seit der IS stark auf die Mobilisierung unorganisierter Einzeltäter setzte.
In der Diffusionsforschung bezeichnet Emulation einen Mechanismus der Verbreitung von Ideen oder Praktiken. Dabei ahmen AkteurInnen etwas nach, das sie bei anderen, etwa über die Medien, wahrgenommen haben. Da ihnen die genaueren Hintergründe nicht bekannt sind, (re-)interpretieren sie den Gegenstand nach eigenen Vorstellungen. Damit unterscheidet sich Emulation vom Lernen: Dort besteht zwischen EmpfängerInnen und SenderInnen eine Beziehung, durch die zusätzliche Informationen vermittelt werden und der Gegenstand eher in seinem ursprünglichen Sinne übernommen und an den eigenen Kontext angepasst werden kann.
Als Ein-Themen-Gruppen gelten Protestgruppen, deren Ziele stark auf ein bestimmtes politisches Anliegen oder einen konkreten Teilaspekt zugespitzt sind. Beispiele sind Initiativen gegen einzelne sozialpolitische Reformen oder für spezifische klimapolitische Maßnahmen. Anders als umfassende soziale Bewegungen verfolgen sie keine breite gesellschaftspolitische Agenda. Ihnen wird daher häufig eine geringe Eingriffstiefe zugeschrieben: Ihre Forderungen zielen eher auf begrenzte Veränderungen als auf eine grundlegende Umgestaltung politischer oder gesellschaftlicher Verhältnisse. Diese Abgrenzung ist jedoch nicht immer eindeutig.
Ethereum ist eine dezentrale Blockchain-Plattform, auf der neben Transaktionen auch Programme ausgeführt werden können. Dazu zählen sogenannte Smart Contracts: automatisch ablaufende Anwendungen, die festgelegte Aktionen ausführen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Auf dieser Grundlage lassen sich etwa digitale Finanzdienste, Token oder andere dezentrale Anwendungen entwickeln. Die zugehörige Kryptowährung Ether (ETH) dient zur Bezahlung von Transaktions- und Rechengebühren innerhalb des Netzwerks und zählt gemessen an der Marktkapitalisierung zu den größten Kryptowährungen.
Die neurechte Kampagnenorganisation präsentiert sich öffentlich als Bürgerbündnis, das verschiedene rechte Strömungen im gemeinsamen Widerstand vereinen will. Ein Prozent wurde von Philip Stein gegründet und ist besonders in Sachsen aktiv. Der Verein setzt auf ein bürgernahes Auftreten und übernimmt etwa Prozesskosten in öffentlichkeitswirksamen Fällen. Mit einem breiten Social-Media-Angebot versucht die Organisation, über ihr unmittelbares Umfeld hinaus Einfluss zu gewinnen. Zugleich gelten führende Mitglieder innerhalb der Szene als intellektuelle Vordenker.
Die Unterscheidung bezeichnet zwei Arten von Effekten, die bei der Analyse von Kommunikationsnetzwerken berücksichtigt werden. Endogene Effekte entstehen aus der Netzwerkinteraktion selbst, etwa durch Reziprozität: Leitet Akteur A Nachrichten von Akteur B weiter, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass B umgekehrt Inhalte von A teilt. Exogene Effekte gehen hingegen auf äußere Merkmale zurück. So kann die ideologische Ausrichtung Kommunikationsbeziehungen prägen, wenn Akteure bevorzugt Inhalte Gleichgesinnter verbreiten. Um den Einfluss exogener Faktoren korrekt zu schätzen, müssen endogene Effekte kontrolliert werden.
Die Unterscheidung bezeichnet zwei Arten von Effekten, die bei der Analyse von Kommunikationsnetzwerken berücksichtigt werden. Endogene Effekte entstehen aus der Netzwerkinteraktion selbst, etwa durch Reziprozität: Leitet Akteur A Nachrichten von Akteur B weiter, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass B umgekehrt Inhalte von A teilt. Exogene Effekte gehen hingegen auf äußere Merkmale zurück. So kann die ideologische Ausrichtung Kommunikationsbeziehungen prägen, wenn Akteure bevorzugt Inhalte Gleichgesinnter verbreiten. Um den Einfluss exogener Faktoren korrekt zu schätzen, müssen endogene Effekte kontrolliert werden.
So wird der personalisierte Hauptfeed von TikTok bezeichnet, häufig abgekürzt als FYP. Der Empfehlungsalgorithmus zeigt dort Videos, die zum bisherigen Nutzungsverhalten passen. Berücksichtigt werden unter anderem Wiedergabedauer, Likes, Kommentare, geteilte Inhalte, Sprache, Standort und vermutete Themeninteressen. Die Auswahl wird fortlaufend an neue Interaktionen angepasst.
Dabei handelt es sich um einen aus 14 Wörtern bestehenden neonazistischen Slogan, den der Rechtsextremist David Lane in den 1980er Jahren prägte. Er ruft zur Sicherung einer angeblichen »weißen Zukunft« auf und dient als zentraler Code in White-Supremacy-Milieus. Häufig wird er durch die Zahl 14 abgekürzt und mit der Zahl 88 kombiniert, die in der rechtsextremen Szene als Chiffre für »Heil Hitler« verwendet wird. Die Zahlenfolge »14/88« ist daher ein verbreitetes Erkennungszeichen.
Fact-Checking beziehungsweise Faktencheck bezeichnet ein Verfahren, bei dem unabhängige JournalistInnen oder FaktencheckerInnen Aussagen und Informationen durch Recherche auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen und gegebenenfalls ganz oder teilweise richtigstellen. Der Begriff umfasst außerdem eine Reihe journalistischer Angebote und gemeinnütziger Organisationen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, um der Verbreitung digitaler Desinformation entgegenzuwirken. Beispiele sind das Portal Faktenfinder der ARD-tagesschau, die Faktencheck-Redaktion der dpa und das gemeinnützige Recherchenetzwerk Correctiv.
Damit wird eine Strategie der politischen Kommunikation bezeichnet, die darauf abzielt, den öffentlichen Diskurs mit einer Übermenge an Desinformation und Ablenkungen zu fluten. Dadurch soll es für die Öffentlichkeit schwieriger werden, zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden. Die Phrase wurde vom ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon geprägt, um das strategische Vorgehen der Trump-Administration zu beschreiben. Die Taktik nutzt Verwirrung und die gezielte Verbreitung falscher Narrative, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und kritische Stimmen zu übertönen. Inhaltlich ähnelt das Konzept der russischen Propagandastrategie der »Firehose of Falsehood«.
Die 2021 unter maßgeblicher Beteiligung des rechtsextremen Anwalts Martin Kohlmann gegründete Partei ging aus den Protesten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hervor. Sie bietet unterschiedlichen rechten Kräften in Sachsen einen gemeinsamen Mobilisierungsrahmen und ruft regelmäßig zu Demonstrationen auf. Dabei knüpft sie gezielt an eine regionale Identität an. Aufmerksamkeit erlangten die Freien Sachsen durch die Forderung nach einem »Säxit«, ihre radikale Rhetorik und einen professionellen Social-Media-Auftritt. Inzwischen entstanden Ableger in weiteren Bundesländern.
Darunter verstehen wir ein Phänomen, bei dem die öffentliche Reaktion auf ein wahrgenommenes gesellschaftliches Problem von Teilen der Öffentlichkeit selbst als kontrovers empfunden wird. Durch diese Aufwirbelung werden Akteure zusammengeführt, die das Ausgangsproblem eigentlich unterschiedlich bewerten, aber ihre Kritik an der Reaktion darauf teilen. Eine Folge dieser Ablagerung kann sein, dass das ursprüngliche Problem relativiert wird oder sogar, als Symbol des Protests gegen den öffentlichen Umgang damit, Sympathie erfährt. Der gemeinsame Widerstand gegen die Reaktion überlagert somit die vorherigen Differenzen.
False Positives bilden eine Fehlerklasse bei Klassifikationsverfahren. Ein Fall wird fälschlicherweise als positiv eingestuft, obwohl das untersuchte Merkmal tatsächlich nicht vorliegt. Ein Beispiel ist ein Corona-Test, der ein positives Ergebnis anzeigt, obwohl die getestete Person nicht infiziert ist. Das Gegenstück bilden False Negatives: Dabei fällt ein Test negativ aus, obwohl eine Infektion vorliegt. Übertragen auf andere Klassifikatoren bedeuten die Begriffe, dass ein Merkmal entweder irrtümlich erkannt oder fälschlicherweise übersehen wird. Beide Fehlerarten müssen bei der Bewertung eines Verfahrens berücksichtigt werden.
Die 2021 unter maßgeblicher Beteiligung des rechtsextremen Anwalts Martin Kohlmann gegründete Partei ging aus den Protesten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hervor. Sie bietet unterschiedlichen rechten Kräften in Sachsen einen gemeinsamen Mobilisierungsrahmen und ruft regelmäßig zu Demonstrationen auf. Dabei knüpft sie gezielt an eine regionale Identität an. Aufmerksamkeit erlangten die Freien Sachsen durch die Forderung nach einem »Säxit«, ihre radikale Rhetorik und einen professionellen Social-Media-Auftritt. Inzwischen entstanden Ableger in weiteren Bundesländern.
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Kontext religiöser Erweckungsbewegungen in den USA des 18. und 19. Jahrhunderts. Heute wird er häufig in QAnon-Milieus verwendet und bezeichnet dort ein angeblich bevorstehendes »Erwachen« gegen eine geheime Elite. Die Vorstellung ist eng mit der Verschwörungserzählung vom »Deep State« verbunden. Das »Great Awakening« gilt dabei als Beginn eines »goldenen Zeitalters«, in dem die vermeintlich verborgenen Mächte entlarvt und besiegt würden. Politische Ereignisse werden als Vorzeichen dieses Umbruchs gedeutet.
»Goy« ist ein hebräischer und jiddischer Begriff für einen Nichtjuden. Ursprünglich ist die Bezeichnung beschreibend, kann je nach Kontext jedoch auch abwertend oder ironisch verwendet werden. In antisemitischen Milieus wird der Ausdruck häufig verzerrt, um eine angebliche jüdische Verachtung gegenüber Nichtjuden zu behaupten. Mitunter bezeichnen sich Personen dort selbst als »Goy«, um ihre Abgrenzung von Jüdinnen und Juden hervorzuheben. Die konkrete Bedeutung ergibt sich daher aus dem sprachlichen und politischen Zusammenhang.
»Goyslop« ist ein abwertender Internetbegriff aus antisemitischen und rechtsextremen Online-Milieus. Er entstammt dem Gaming-Bereich und wurde unter anderem durch den Rechtsextremisten Nick Fuentes verbreitet. Gemeint sind angeblich minderwertige Massenkultur oder ungesundes, industriell hergestelltes Essen für »Goys«. Der Ausdruck ist häufig mit Verschwörungserzählungen über eine vermeintliche jüdische Kontrolle von Medien, Kultur und Konsum verbunden.
So bezeichnet man im Kontext von KI und maschinellem Lernen Sicherheitsmaßnahmen, Regeln und Begrenzungen, die ein verantwortungsvolles, ethisches und möglichst vorhersehbares Verhalten von Modellen gewährleisten sollen. Diese Schutzvorkehrungen sollen verhindern, dass KI-Systeme schädliche, unangemessene oder irreführende Ergebnisse liefern, und unbeabsichtigte Folgen begrenzen. Zu den Strategien, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden, gehören etwa Inhaltsfilter, Sicherheitsprotokolle und Transparenzanforderungen.
Generative Adversarial Networks (GANs) sind ein Konzept aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz, das darauf ausgelegt ist, realistische Inhalte wie Bilder, Texte oder Musik zu erzeugen. Das Grundprinzip besteht darin, zwei Modelle gleichzeitig zu trainieren und wiederholt miteinander konkurrieren zu lassen. Das Generatormodell lernt, möglichst realistische synthetische Inhalte herzustellen, während das sogenannte Diskriminatormodell echte von künstlich erzeugten Daten unterscheiden soll. Durch dieses iterative Katz-und-Maus-Spiel lernen beide Modelle voneinander, sodass mit der Zeit synthetische Inhalte entstehen, die von echten kaum zu unterscheiden sind.
Der Forschungsansatz der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit untersucht unhinterfragte, feindselige Einstellungen gegenüber marginalisierten Gruppen. Neben der Besonderheit der jeweiligen Feindlichkeit geht er von einem gemeinsamen ideologischen Kern aus: Wer vorurteilsgeleitete Einstellungen gegenüber einer diskriminierten Gruppe hegt, wertet häufig auch andere soziale Gruppen ab. Grundlage ist eine allgemeine Ideologie der Ungleichwertigkeit. Was in diesen Bedeutungszusammenhang einfließt, hängt nicht von den tatsächlichen Personen und ihren Gruppenzugehörigkeiten ab, sondern vom jeweiligen Ressentiment jener, die abwerten und ausgrenzen.
Der »Great Reset« wird in verschwörungsideologischen Milieus als geheimer Plan mächtiger Eliten zur Errichtung einer neuen Weltordnung dargestellt. Die Erzählung bezieht sich namentlich auf eine Initiative des Weltwirtschaftsforums (WEF) und das von Klaus Schwab mitverfasste Buch COVID-19: The Great Reset. Die darin formulierten Ziele wurden aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und in die Verschwörungserzählung übernommen. Demnach sei das Coronavirus lediglich der notwendige Auslöser gewesen, um tiefgreifende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen von globalem Ausmaß zu legitimieren.
Hierbei handelt es sich um Erzählungen, die etablierte, konkurrierende oder gegnerische Sichtweisen infrage stellen. Sie können darauf zielen, sozialen Wandel anzustoßen oder eine als falsch wahrgenommene Deutung zu widerlegen. Kennzeichnend ist ihr Bezug auf ein bereits vorhandenes Narrativ, dessen Annahmen, Erklärungen oder Schlussfolgerungen sie angreifen. Darin unterscheiden sie sich von alternativen Narrativen: Diese entwickeln stärker eine eigenständige Perspektive, anstatt sich vorrangig an einer bestehenden Erzählung abzuarbeiten.
Gemeint ist ein Verhaltensmuster, bei dem Menschen moralische Positionen öffentlich zur Selbstdarstellung nutzen. Indem sie andere besonders scharf verurteilen oder die eigene Haltung überhöhen, versuchen sie, innerhalb ihrer Bezugsgruppe Anerkennung und Status zu gewinnen. Das moralische Urteil dient damit nicht allein der sachlichen Auseinandersetzung, sondern auch der sozialen Profilierung. Besonders in digitalen Debatten kann dieses Verhalten attraktiv sein: Zugespitzte Äußerungen erzeugen Aufmerksamkeit und signalisieren der eigenen Gruppe, dass die sprechende Person ihre Werte entschieden vertritt.
Die Formel beschreibt eine nationalistische, teils euphorische Stimmung zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Ihr zufolge sei die deutsche Gesellschaft im August 1914 über soziale und politische Grenzen hinweg zusammengerückt und habe einen »volksgemeinschaftlichen« Geist entwickelt. Dieses sogenannte Augusterlebnis galt lange als Ausdruck einer allgemeinen Kriegsbegeisterung. Wie weit diese tatsächlich verbreitet war, ist historisch jedoch umstritten. Sicher ist, dass vor allem nationalistische Kräfte die damalige Stimmung entsprechend deuteten und den »Geist von 1914« später politisch überhöhten und zum Mythos machten.
Der »Happy Merchant« ist die antisemitische Karikatur eines jüdischen Mannes, die vor allem in rechtsextremen Foren und Memes verbreitet wird. Sie greift tradierte antisemitische Stereotype wie Gier, Manipulation und Verschwörung auf und dient häufig als visuelle Dog Whistle. Die Karikatur findet sich in zahlreichen Abwandlungen. Ihr Ursprung liegt in einer handgezeichneten Darstellung des Cartoonisten A. Wyatt Mann, der für seine antisemitischen und rassistischen Zeichnungen bekannt ist. Durch ihre leichte Veränderbarkeit lässt sie sich in unterschiedliche politische und kulturelle Kontexte einfügen.
Hava Nagila ist ein bekanntes hebräisches Volks- und Feierlied, das häufig bei jüdischen Festen und Hochzeiten gespielt wird. Der Titel bedeutet sinngemäß »Lasst uns fröhlich sein«. In Memes kann das Lied neutral oder humoristisch eingesetzt werden, aber auch als antisemitische Codierung dienen. Entscheidend sind der jeweilige Bild- und Textzusammenhang sowie die Absicht der Verwendung. Insbesondere in Verbindung mit antisemitischen Darstellungen oder Stereotypen kann es als abwertendes Signal fungieren.
Ein Honeypot ist eine gezielt platzierte Falle, die bestimmte Personen anlocken oder von anderen Zielen ablenken soll. Online kann dies ein Account, Server, Link oder Angebot sein, das NutzerInnen zu Aussagen, Klicks oder zur Preisgabe von Daten verleitet. Auch Sicherheitsbehörden und IT-Fachleute setzen Honeypots gegen Cyberkriminalität ein. Dabei werden scheinbar verwundbare Systeme bereitgestellt, um Angriffe zu erkennen und Vorgehensweisen zu untersuchen.
Damit ist ein Konzept gemeint, das vom Marktforschungsunternehmen Gartner entwickelt wurde, um den typischen Verlauf der öffentlichen Wahrnehmung neuer Technologien und Innovationen zu veranschaulichen. Nach diesem Schema erfahren neue Technologien zunächst einen enormen Hype und wecken übersteigerte Erwartungen. Darauf folgt eine Phase der Ernüchterung, bevor sich realistische Anwendungsmöglichkeiten herausbilden und tatsächliche Produktivitätsgewinne erzielt werden.
In den internationalen Beziehungen bezeichnet Harmonie ein Verhältnis, in dem Staaten ohne größere Konflikte koexistieren, ohne dafür ausdrücklich zusammenzuarbeiten. Idealtypisch kommen die Handlungen eines Akteurs aufgrund übereinstimmender Interessen automatisch auch einem anderen zugute. Das Konzept lässt sich ebenso auf transnationale Beziehungen politischer Organisationen übertragen. In der Praxis tritt Harmonie meist nur situativ innerhalb allgemeiner Kooperations- oder Konfliktverhältnisse auf – etwa wenn die eigenständige Initiative politischer KonkurrentInnen unbeabsichtigt auch den eigenen Zielen dient.
Der Begriff bezeichnet Gruppen und Individuen, die sich organisiert oder unorganisiert an der Verbreitung von Hass im Netz beteiligen. Je nach Kontext kann er Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder gut vernetzte Milieus meinen. Zugleich ist er fluide, da Hass als menschliche Emotion nur schwer trennscharf zu bestimmen ist. Für uns sind insbesondere Akteure relevant, die »gefährliche Rede« verbreiten: Narrative, in denen bestimmte Menschengruppen als problematisch oder gar als Bedrohung dargestellt werden. Solche Zuschreibungen bilden eine wesentliche Voraussetzung für politischen Hass.
Der Outdegree gibt in einem gerichteten Netzwerk die Anzahl der Verbindungen an, die von einem Knoten ausgehen. In den untersuchten Telegram-Netzwerken zeigt er, wie viele andere Akteure Inhalte eines Kanals teilen. Der Indegree erfasst umgekehrt die eingehenden Verbindungen und gibt hier an, Inhalte wie vieler anderer Akteure ein Kanal weiterverbreitet. Die genaue Interpretation beider Kennzahlen hängt von der festgelegten Richtung der Kanten ab. Entscheidend ist daher, ob eine Verbindung vom ursprünglichen zum teilenden Kanal oder in umgekehrter Richtung modelliert wird.
Inpainting bezeichnet die Veränderung einzelner Bereiche innerhalb eines Bildes, etwa um Motive zu ergänzen, zu ersetzen oder zu entfernen. Beim Outpainting werden dagegen neue Inhalte außerhalb des ursprünglichen Bildausschnitts hinzugefügt und das Bild dadurch erweitert. Sowohl Inpainting als auch Outpainting können mithilfe von KI-Bildgeneratoren durchgeführt werden. Dabei ergänzt das Modell die jeweiligen Bereiche auf Grundlage der vorhandenen Bildinformationen und zusätzlicher Anweisungen.
Unter diesem Begriff werden zuweilen islamistische Strömungen und Organisationen zusammengefasst, die entweder von faschistischen Ideen beeinflusst sind oder bestimmte Muster aufweisen, die denen des Faschismus entsprechen. Dazu zählen neben einem eliminatorischen Antisemitismus insbesondere autoritäre Politik- und Staatsvorstellungen sowie ein Freund-Feind-Denken, das die Gemeinschaft durch einen extremen Einheitskult aggressiv nach außen und innen abgrenzt. Verwiesen wird etwa auf quasi-volksgemeinschaftliche Vorstellungen der Umma, die keinerlei Abweichungen im politischen und sozialen Verhalten dulden.
Mit dieser Metapher beschreibt der Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen einen Prozess, bei dem Herkunft, Kontext oder ursprüngliche Absicht einer Information durch wiederholte Weitergabe unkenntlich werden. Ähnlich wie bei der Geldwäsche wird ihre Entstehungsgeschichte verschleiert. Inhalte werden kopiert, gekürzt, neu gerahmt und in andere Zusammenhänge übertragen. Dabei können Quellen unbeabsichtigt verloren gehen oder bewusst unterschlagen werden. Am Ende erscheint eine Behauptung unabhängig und glaubwürdig, obwohl sie auf einer verzerrten, interessengeleiteten oder ungeprüften Ausgangsinformation beruht.
Die Identitäre Bewegung ist eine rechtsextreme Gruppierung, die sich als Jugendbewegung inszeniert und sich von Frankreich aus in mehreren europäischen Ländern etablierte. Sie mobilisiert vor allem gegen Islam, Migration und liberale Demokratie und nutzt dafür gezielt soziale Medien. Kennzeichnend ist die Verbindung öffentlichkeitswirksamer Aktionen mit digitaler Verbreitung. Bedeutung erlangte sie eher durch mediale Aufmerksamkeit als durch eine breite gesellschaftliche Basis. Seit 2016 wird sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet; seit 2019 stuft es sie als gesichert rechtsextremistisch ein.
Info-Direkt ist eine rechtsextreme Zeitschrift aus Österreich, die sechsmal jährlich erscheint und zugleich über eine breite Online-Präsenz verfügt. Inhaltlich versucht sie, verschiedene rechtsalternative Milieus miteinander zu verbinden und bezieht dabei insbesondere den rechten Netzaktivismus ein. Über AutorInnen, Interviews und gemeinsame Kampagnen ist das Magazin eng mit Akteuren der deutschen Rechten vernetzt. Damit fungiert Info-Direkt als publizistische Schnittstelle zwischen rechtsextremen Strömungen in Österreich und Deutschland.
Die Identitäre Bewegung ist eine rechtsextreme Gruppierung, die sich als Jugendbewegung inszeniert und sich von Frankreich aus in mehreren europäischen Ländern etablierte. Sie mobilisiert vor allem gegen Islam, Migration und liberale Demokratie und nutzt dafür gezielt soziale Medien. Kennzeichnend ist die Verbindung öffentlichkeitswirksamer Aktionen mit digitaler Verbreitung. Bedeutung erlangte sie eher durch mediale Aufmerksamkeit als durch eine breite gesellschaftliche Basis. Seit 2016 wird sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet; seit 2019 stuft es sie als gesichert rechtsextremistisch ein.
Hierbei handelte es sich um die Jugendorganisation der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Im April 2023 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Junge Alternative als »gesichert rechtsextremistische Bestrebung« ein. Die Organisation löste sich zum 31. März 2025 auf. Im November 2025 gründete die AfD mit der »Generation Deutschland« eine neue Jugendorganisation. Diese ist im Unterschied zur rechtlich eigenständigen Jungen Alternative unmittelbar in die Parteistruktur ein- und damit stärker an die AfD gebunden.
Dieser Verlag ist ein vom rechtsextremen Aktivisten Philip Stein geleitetes Kleinunternehmen mit Sitz in Dresden. In der Vergangenheit publizierte er Schriften faschistischer Theoretiker und bildet mit seinem Podcast eine wichtige Schnittstelle für intellektuelle RechtsextremistInnen. VertreterInnen des Verlages nehmen regelmäßig an internationalen Austauschtreffen mit neofaschistischen AkteurInnen aus Europa teil, unter anderem mit Angehörigen der italienischen Bewegung CasaPound. Auf diese Weise trägt der Verlag zur internationalen Vernetzung verschiedener rechtsextremer Strömungen bei.
Die Junge Freiheit ist eine rechtskonservative Wochenzeitung, die als publizistische Schnittstelle zwischen konservativen, neurechten und rechtsextremen Milieus gilt. Viele ihrer AutorInnen werden der Neuen Rechten zugerechnet. Neben der gedruckten Ausgabe verfügt die Zeitung über eine starke Online-Präsenz, mit der sie aktuelle politische Debatten aufgreift und ihre Reichweite vergrößert. Zugleich beschränkt sie sich nicht auf journalistische Beiträge, sondern unterstützt ihre politischen Anliegen auch durch Kampagnen und Petitionen.
Die Metapher bezeichnet Phasen in der Geschichte der Künstlichen Intelligenz, in denen Forschung und Investitionen stark zurückgehen. Dies geschieht häufig, wenn hohe Erwartungen an die Entwicklung der KI enttäuscht werden und dadurch Interesse und Finanzierung nachlassen. Als erster KI-Winter gilt die Phase in den 1970er-Jahren, die unter anderem durch eine Publikation über die Grenzen neuronaler Netzwerke eingeleitet wurde. Der zweite begann Ende der 1980er-Jahre, als Expertensysteme und Lisp-Maschinen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnten. Die Veröffentlichung von ChatGPT im Jahr 2022 gilt dieser Metapher zufolge als Teil eines erneuten »KI-Frühlings«.
Das Konzept des »Context Collapse« beschreibt, wie in sozialen Medien unterschiedliche Publika in einem gemeinsamen Kommunikationsraum aufeinandertreffen. Inhalte, die ursprünglich für eine bestimmte Gruppe bestimmt waren, werden auch für Menschen außerhalb dieses Zusammenhangs sichtbar. Ihnen fehlen möglicherweise geteiltes Wissen, sprachliche Codes oder soziale Beziehungen, die für das Verständnis notwendig sind. Dadurch können Aussagen anders bewertet werden, als es die UrheberInnen beabsichtigt haben. So kann der Slang einer Gruppe in einem anderen Kontext als beleidigend oder als Hassrede wahrgenommen werden.
Hierbei handelt es sich um eine automatische körperliche Reaktion auf eine akute Bedrohungs- oder Stresssituation. Das englische »Fight or Flight« verweist auf die Vorbereitung des Körpers, sich der Gefahr entweder zu stellen oder ihr zu entkommen. Dabei aktiviert das sympathische Nervensystem die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, die Aufmerksamkeit steigt und den Muskeln wird kurzfristig mehr Energie bereitgestellt. Die Reaktion setzt ein, bevor eine Situation vollständig bewusst bewertet wurde, und kann daher auch durch nur vermeintliche Gefahren ausgelöst werden.
Der Kopp-Verlag ist ein Medienunternehmen und Versandhandel, der dem rechten und verschwörungsideologischen Spektrum zugerechnet wird. Neben Büchern vertreibt er unter anderem Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik sowie Outdoor- und Survival-Produkte. Ein Schwerpunkt liegt auf Angeboten zur Krisenvorsorge, die an Prepper-Diskurse und Ängste vor Blackouts oder einem gesellschaftlichen Zusammenbruch anknüpfen. Der Verlag verbindet damit politische und verschwörungsideologische Inhalte mit kommerziellen Angeboten, die Schutz und Überlebensfähigkeit in Krisensituationen versprechen.
Hierbei handelt es sich um digitale Vermögenswerte, die elektronisch übertragen und teilweise als Tauschmittel genutzt werden können. Transaktionen und Besitzverhältnisse werden meist in einer dezentral geführten Datenbank, der sogenannten Blockchain (siehe Blockchain), dokumentiert. Für den Empfang und Versand dienen digitale Brieftaschen, sogenannte Wallets. Diese verwahren nicht die Währung selbst, sondern die kryptografischen Schlüssel, die den Zugriff auf die jeweiligen Vermögenswerte ermöglichen. Kryptowährungen kommen weitgehend ohne zentrale Kontrollinstanz wie eine Bank aus.
Korporatismus bezeichnet ein System der Interessenvermittlung, in dem wirtschaftliche und soziale Gruppen ihre Konflikte durch institutionalisierte Kooperation regulieren. Im autoritären Korporatismus faschistischer Regime geschah dies durch staatlich kontrollierte Einheitsverbände mit Zwangsmitgliedschaft, etwa die Deutsche Arbeitsfront. Ziel war ein ständestaatliches Modell, das den Klassenkampf unterdrückte. Im liberalen Korporatismus wirken Staat, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften dagegen im Rahmen der Sozialpartnerschaft zusammen. Klassenkonflikte werden dabei nicht geleugnet, sondern durch Tarifautonomie und Streikrecht geregelt.
Ein Classifier ist ein Algorithmus des maschinellen Lernens, der Daten vorgegebenen Kategorien zuordnet. Beim überwachten Lernen wird er mit bereits codierten Beispielen trainiert, deren Zielklassen bekannt sind. So wurde auch der Classifier zur Erkennung von Protestaufrufen entwickelt. Beim unüberwachten Lernen sind dagegen keine Kategorien vorgegeben: Der Algorithmus erkennt selbstständig Muster und Strukturen, die anschließend interpretiert werden. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um Klassifikation, sondern etwa um Clustering oder Topic-Modelling. Auf diese Weise wurde das Themenmodell erstellt.
Looksmaxxing bezeichnet einen Online-Trend, dessen AnhängerInnen das eigene Aussehen möglichst umfassend optimieren wollen. Dazu zählen Kleidung, Fitnesstraining, Hautpflege und Frisuren, teilweise aber auch riskante Operationen oder extreme Routinen. Der Begriff stammt aus dem Incel-Milieu beziehungsweise der Manosphere, wird inzwischen jedoch auch weit darüber hinaus verwendet, insbesondere auf TikTok. Die Inhalte reichen von alltäglichen Pflegetipps bis zu rigiden Schönheitsidealen und problematischen Eingriffen.
LLMs sind künstliche neuronale Netze, die mit sehr großen Datenmengen trainiert werden, um Sprache zu verarbeiten und zu erzeugen. Moderne Modelle können darüber hinaus Bilder, Audio und andere Datentypen einbeziehen sowie Werkzeuge verwenden. Bekannte Modellfamilien sind GPT von OpenAI, Gemini von Google, Llama von Meta und die Modelle von Mistral AI. Einige Llama- und Mistral-Modelle verfügen über offen verfügbare Modellgewichte und können unter Beachtung der jeweiligen Lizenz lokal betrieben sowie in eigene Programme eingebunden werden.
LLMs sind künstliche neuronale Netze, die mit sehr großen Datenmengen trainiert werden, um Sprache zu verarbeiten und zu erzeugen. Moderne Modelle können darüber hinaus Bilder, Audio und andere Datentypen einbeziehen sowie Werkzeuge verwenden. Bekannte Modellfamilien sind GPT von OpenAI, Gemini von Google, Llama von Meta und die Modelle von Mistral AI. Einige Llama- und Mistral-Modelle verfügen über offen verfügbare Modellgewichte und können unter Beachtung der jeweiligen Lizenz lokal betrieben sowie in eigene Programme eingebunden werden.
Das Akronym (manchmal auch LGBTQIA+) fasst Gruppen zusammen, deren sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und/oder Geschlechtsmerkmale von einer heteronormativen Ordnung abweichen. Konkret umfasst es lesbische, schwule (gay), bisexuelle, trans, queere und intergeschlechtliche Personen. Der Begriff bezeichnet keine soziologisch homogene Gruppe, sondern ein politisch-diskursiv konstituiertes Kollektiv, dessen Gemeinsamkeit im Einsatz für die Akzeptanz geschlechtlicher Diversität in der Gesellschaft besteht.
»Literacy« lässt sich zunächst als Lese- und Schreibkompetenz übersetzen, umfasst jedoch auch Interpretations- und Abstraktionsfähigkeiten. Im Zusammenhang mit Memes bezeichnet der Ausdruck jene Kenntnisse und Fertigkeiten, die für ihre Produktion und ihr Verständnis erforderlich sind. Dazu gehört zum einen die technische Fähigkeit, ein Meme zu erstellen und zu verbreiten. Zum anderen ist ausreichendes Kontextwissen notwendig, um sprachliche, politische und insbesondere popkulturelle Bezüge erkennen und angemessen einordnen zu können. Meme-Literacy umfasst somit sowohl praktische als auch kulturelle Kompetenzen.
Microtargeting bezeichnet eine ursprünglich aus dem Marketing stammende Strategie, die später in die politische Kommunikation übernommen wurde. Dabei werden Zielgruppen auf der Grundlage detaillierter Daten entsprechend ihren errechneten Interessen und Präferenzen möglichst individuell angesprochen. Botschaften können so gezielt an kleine Personengruppen ausgespielt werden. Weltweite Aufmerksamkeit erhielt der Begriff durch den Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica im Zusammenhang mit dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016.
Gemeint sind Internet-Prominente, die in einer bestimmten Nische tätig sind. Geprägt wurde der Begriff von Alice Marwick und Danah Boyd, die damit eine Selbstdarstellungstechnik beschreiben, »bei der Menschen sich selbst als öffentliche Persona betrachten, die von anderen konsumiert wird und strategische Intimität einsetzen, um Anhänger anzusprechen, und ihr Publikum als Fans betrachten«. Beispiele sind Beauty-Blogger, Reise-Vlogger oder Momfluencerinnen: Personen, die in einer bestimmten Community Berühmtheit erlangt haben, im Mainstream allerdings weitgehend unbekannt sind. Da ihr Ruhm von Social-Media-Trends abhängt, zeichnen sie sich durch ihre Vergänglichkeit aus.
Das Wort »Meme« – im Deutschen auch »Mem« – geht auf den Evolutionsbiologen Richard Dawkins zurück. Er bezeichnete damit ein im Gehirn gespeichertes und ins Bewusstsein abrufbares Informationsmuster, das sich ähnlich wie ein Gen, jedoch auf kultureller Ebene, über Generationen hinweg verbreitet. Im digitalen Kontext wurde diese Idee auf Aussagen, Bilder und Videos übertragen, die sich viral verbreiten. Memes sind daher nicht an bestimmte Formate gebunden, häufig stehen jedoch humoristische oder satirische Bilder im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 riefen verschiedene rechtsextreme Gruppen einen sogenannten »Meme-Krieg« aus. Mit koordinierten Angriffen, Hasskampagnen und Trolling-Manövern sollte im digitalen Raum eine rechte Hegemonie zur Unterstützung Donald Trumps erkämpft werden. Memes dienten dabei nicht nur der politischen Botschaftsvermittlung, sondern auch der Provokation und Mobilisierung. Im Anschluss an diesen Kampagnenzyklus wurde das Prinzip des »Meme-Krieges« auf weitere politische und nationale Kontexte übertragen.
»Mitte-links« bezeichnet einerseits politische AkteurInnen zwischen der konservativen Mitte und dem linken Rand des Parteienspektrums, in Deutschland etwa die SPD. Andererseits kann der Ausdruck die Zusammenarbeit von linken, liberalen und auch konservativen Parteien der Mitte meinen. In dieser zweiten Bedeutung umfasst das Mitte-links-Spektrum hier alle Kräfte von links bis mitte-rechts, die sich gegen Rechtsaußen positionieren. Die Bezeichnung bleibt eine pragmatische Annäherung, da entsprechende Trennlinien auch innerhalb konservativer Parteien zwischen post- und rechtskonservativen Strömungen verlaufen können.
Im neurechten Strategiediskurs bezeichnet Metapolitik den Kampf um kulturelle Hegemonie und die Einflussnahme auf den »vorpolitischen Raum«, also auf die kulturellen und ideologischen Grundlagen einer Gesellschaft. Im Zentrum stehen Normen, Werte und Deutungsmuster, die politische Entscheidungen und Prozesse mittelbar prägen. Ziel ist es, den öffentlichen Diskurs langfristig zu verändern und die eigenen Positionen gesellschaftlich anschlussfähig zu machen. Metapolitik setzt daher weniger auf unmittelbare Wahlerfolge als auf publizistische, intellektuelle und kulturelle Einflussnahme jenseits der alltäglichen Parteipolitik.
In der Rechtsextremismusforschung bezeichnet der Ausdruck einflussreiche Bewegungsunternehmer, die finanzielle und ideelle Ressourcen bündeln, Kader ausbilden und Wissen weitergeben. In wenig strukturierten Milieus, die vor allem durch digitale Kanäle verbunden sind, übernehmen autoritative Personen diese Funktion. Sie prägen das Feld, indem sie andere AkteurInnen unterstützen, Kontakte vermitteln und gemeinsame Kampagnen organisieren. Auf diese Weise stabilisieren und vernetzen sie ein Milieu auch ohne feste Organisationsstrukturen. Als Beispiel gilt der Verschwörungsideologe Oliver Janich.
Mastodon ist ein alternativer Kurznachrichtendienst, der dezentral auf mehreren Servern (Instanzen) organisiert ist, welche von verschiedenen Organisationen, Vereinen und Einzelpersonen verantwortet werden. Mastodon verwehrt sich kommerziellen Einflüssen und einer algorithmischen Ordnung von Inhalten
Der Begriff ist an das Konzept des »Masterframes« aus der Bewegungsforschung angelehnt. Dieses beschreibt eine übergreifende Deutung, die Protestzyklen rahmt und einer sozialen Bewegung gemeinsamen Sinn verleiht. Ein »Masternarrativ« ist demnach eine große Erzählung, die ein politisches Milieu oder Spektrum teilt und die verschiedene Narrative verbindet. Es muss flexibel genug sein, um unterschiedliche Akteure und Interessen einzubinden. Im Narrativ des »Bevölkerungsaustauschs« etwa verschränken sich auf rechter Seite Überfremdungsängste, Ethnozentrismus, Elitenkritik und Verschwörungserzählungen.
Der Grad eines Knotens entspricht der Anzahl seiner Kanten. Der mittlere Grad gibt den Durchschnitt dieser Werte über alle Knoten eines Netzwerks an. Ein hoher Wert weist auf eine starke Vernetzung hin, ein niedriger auf wenige Verbindungen. In gerichteten Netzwerken wird zusätzlich zwischen Eingangs- und Ausgangsgrad unterschieden: Sie erfassen die ein- beziehungsweise ausgehenden Verbindungen eines Knotens.
Als Pfadlänge wird in der Netzwerkanalyse die durchschnittliche Anzahl an Schritten auf den kürzesten Verbindungen zwischen allen erreichbaren Knotenpaaren bezeichnet. Ein kleiner Wert weist auf ein eng verbundenes Netzwerk hin, in dem Nachrichten mit wenigen Zwischenschritten weite Teile erreichen können. Eine hohe Pfadlänge steht hingegen für längere Übertragungswege. Bei unverbundenen Netzwerken ist zu beachten, dass zwischen manchen Knoten kein Pfad besteht.
Die Vorstellung einer »New World Order« (NWO) wird in Verschwörungserzählungen mit einem vermeintlich geheimen Plan mächtiger Eliten verbunden. Diese wollten demnach nationale Souveränität abschaffen und eine autoritäre Weltregierung errichten. Die Erzählung ist vor allem in rechtsextremen, fundamentalistischen und esoterischen Milieus verbreitet und gilt als klassische Verschwörungstheorie. Reale Prozesse internationaler Zusammenarbeit werden dabei häufig als Belege für eine angeblich zentral gesteuerte globale Machtübernahme umgedeutet.
Im sozialwissenschaftlichen Sinne bezeichnet ein Narrativ eine sinnstiftende Erzählung, die die Wahrnehmung der Welt beeinflusst, indem sie gesellschaftliche Erscheinungen deutet und mit Emotionen verknüpft. Als Modewort wird der Ausdruck häufig lediglich als Synonym für Themen oder Schlagwörter verwendet, die etwa für eine Bewegung kennzeichnend sind. Analytisch ist der Begriff jedoch voraussetzungsreicher: Es sollten zumindest diagnostische und prognostische Elemente erkennbar sein, aus denen sich Normen, Ziele und eine Art »Moral der Geschichte« ableiten lassen. Ein Narrativ erklärt somit nicht nur eine Lage, sondern entwirft auch mögliche Entwicklungen und Handlungsoptionen.
Als Strömung des Rechtsextremismus zielt die Neue Rechte darauf, politischen Wandel über kulturelle Einflussnahme vorzubereiten. Zu dieser »metapolitischen« Strategie gehört insbesondere publizistische Arbeit, die auf öffentliche Debatten und die konservative Rechte einwirken soll. Ihr Netzwerk gilt als Stichwortgeber und Kaderschmiede für Bewegungen und Parteien der äußersten Rechten. Ein zentraler Bezugspunkt war lange das von Götz Kubitschek geleitete Institut für Staatspolitik. Zu dessen Umfeld gehören zudem Blogs, Zeitschriften und Verlage.
Der 1947 im Zuge des Nürnberger Ärzteprozesses formulierte Kodex umfasst zehn ethische Grundsätze für medizinische Versuche am Menschen. Im Zentrum steht die freiwillige und informierte Zustimmung der Versuchspersonen. Experimente müssen einen gesellschaftlichen Nutzen erwarten lassen, wissenschaftlich begründet sein und unnötiges körperliches oder seelisches Leiden vermeiden. Zudem sind Risiken sorgfältig abzuwägen, und ein Versuch muss abgebrochen werden, wenn schwere Schäden drohen. Der Nürnberger Kodex gilt als wichtiger Grundstein der modernen Forschungsethik und des Schutzes von Menschenrechten in der Medizin.
Der Nationalbolschewismus speiste sich nicht nur aus nationalistischen KPDlern, sondern umfasst auch rechte Konservative, wie z.B. Ernst Niekisch, die in der bolschewistischen Einparteienherrschaft ein Vorbild sahen, um – entgegen marxistischer Vorstellungen – den Klassenkampf zugunsten einer nationalen Gemeinschaft aufzulösen. Insofern handelt es sich bei Teilen dieses Phänomens nicht mal um nominelle Kommunisten, sondern eher um Nationalrevolutionäre. Ferner wird der Begriff auch mit der kurzzeitig nationalistisch angehauchten Programmatik der KPD von 1923 (der. sog. Schlageter-Kurs) in Verbindung gebracht, dessen Einordnung sich allerdings schwieriger gestaltet.
Die 1964 gegründete NPD war über Jahrzehnte ein zentraler organisatorischer Bezugspunkt des westdeutschen Rechtsextremismus. 2004 zog sie in den sächsischen, 2006 in den mecklenburg-vorpommerschen Landtag ein. Teile der Partei verherrlichten offen den Nationalsozialismus. Zwei Verbotsverfahren scheiterten; 2017 bestätigte das Bundesverfassungsgericht zwar ihre verfassungsfeindlichen Ziele, sah sie jedoch als politisch zu unbedeutend für ein Verbot an. Mit dem Aufstieg der AfD verlor die NPD weiter an Einfluss. 2023 benannte sie sich in »Die Heimat« um.
Die Abkürzung NIMBY steht für »Not In My Backyard« und bezeichnet Proteste gegen Veränderungen im unmittelbaren Lebensumfeld, von denen AnwohnerInnen persönliche Nachteile erwarten. Im Vordergrund stehen meist lokale Anliegen, nicht umfassende politische Forderungen. Wahrgenommene Ungerechtigkeiten können jedoch über den jeweiligen Ort hinaus Resonanz erzeugen. In rechten Kontexten gelten Proteste gegen Moscheen oder Flüchtlingsunterkünfte als typische Beispiele. Die Inszenierung eines Konflikts zwischen Etablierten und vermeintlichen »Eindringlingen« kann auch Menschen ohne gefestigtes politisches Weltbild mobilisieren.
Unter diesem Namen organisierte sich ein rechtsextremes Prepper-Netzwerk vor allem in Mecklenburg-Vorpommern über digitale Chatgruppen. Seine Mitglieder bereiteten sich auf einen sogenannten »Tag X« vor, an dem die politische Ordnung zusammenbrechen und ein Umsturz möglich werden sollte. Dazu legten sie Feindeslisten mit politischen GegnerInnen an, sammelten Waffen und Munition und absolvierten Schießtrainings. 2017 wurde das Netzwerk aufgedeckt. In der Folge kam es zu Ermittlungen und Gerichtsverfahren gegen mehrere Mitglieder.
Overblocking bezeichnet das übermäßige oder irrtümliche Entfernen und Sperren rechtmäßiger Inhalte durch Plattformen, automatische Filter oder ModeratorInnen. Es tritt häufig auf, wenn Regeln unklar sind oder Inhalte vorsorglich blockiert werden, um rechtliche und wirtschaftliche Risiken zu vermeiden. Dadurch können auch legitime Gegenrede, Bildungsangebote, Kunst oder Berichte von Betroffenen verschwinden. Overblocking kann somit die Meinungs- und Informationsfreiheit einschränken.
Open-Source-Sprachmodelle sind Large Language Models, deren Quellcode, Architektur und Modellgewichte öffentlich zugänglich sind und deren Lizenzen Nutzung, Veränderung und Weiterverbreitung erlauben. Dadurch fördern sie Transparenz, Zusammenarbeit und vielfältige Anwendungen. Sind nur die trainierten Gewichte verfügbar, spricht man genauer von »Open-Weight-Modellen«. Trainingsdaten oder Dokumentationen können dennoch unzugänglich bleiben. Die konkreten Nutzungsrechte richten sich nach der jeweiligen Lizenz.
Der Outdegree gibt in einem gerichteten Netzwerk die Anzahl der Verbindungen an, die von einem Knoten ausgehen. In den untersuchten Telegram-Netzwerken zeigt er, wie viele andere Akteure Inhalte eines Kanals teilen. Der Indegree erfasst umgekehrt die eingehenden Verbindungen und gibt hier an, Inhalte wie vieler anderer Akteure ein Kanal weiterverbreitet. Die genaue Interpretation beider Kennzahlen hängt von der festgelegten Richtung der Kanten ab. Entscheidend ist daher, ob eine Verbindung vom ursprünglichen zum teilenden Kanal oder in umgekehrter Richtung modelliert wird.
Diese Kommunikationsform liegt vor, wenn eine Person oder Institution Inhalte an viele EmpfängerInnen richtet, diese jedoch nicht unmittelbar über denselben Kanal antworten können. Klassische Beispiele sind Radio- und Fernsehsender, deren Programme von einem großen Publikum empfangen oder konsumiert werden. Ähnlich funktionieren öffentliche Telegram-Kanäle, über die einzelne BetreiberInnen Nachrichten an viele AbonnentInnen verbreiten. Many-to-Many-Kommunikation bezeichnet dagegen einen Austausch zwischen mehreren gleichberechtigten TeilnehmerInnen, die wechselseitig miteinander kommunizieren können.
Der Outdegree gibt in einem gerichteten Netzwerk die Anzahl der Verbindungen an, die von einem Knoten ausgehen. In den untersuchten Telegram-Netzwerken zeigt er, wie viele andere Akteure Inhalte eines Kanals teilen. Der Indegree erfasst umgekehrt die eingehenden Verbindungen und gibt hier an, Inhalte wie vieler anderer Akteure ein Kanal weiterverbreitet. Die genaue Interpretation beider Kennzahlen hängt von der festgelegten Richtung der Kanten ab. Entscheidend ist daher, ob eine Verbindung vom ursprünglichen zum teilenden Kanal oder in umgekehrter Richtung modelliert wird.
Der Soziologe Heinrich Popitz versteht darunter eine verlässliche Orientierung innerhalb einer bestehenden Ordnung und die Fähigkeit, Reaktionen auf das eigene Handeln vorauszusehen. Die Beteiligten wissen, woran sie sind, und können mögliche Konsequenzen einschätzen. So entsteht kollektive Konformität, selbst wenn die Ordnung als ungerecht empfunden wird. Das Konzept lässt sich auch auf internationale Beziehungen übertragen, in denen etablierte Regeln Erwartungen stabilisieren. Werden zentrale Akteure jedoch unberechenbar, schwindet das Vertrauen in bisherige diplomatische Regeln und Praktiken.
Der Outdegree gibt in einem gerichteten Netzwerk die Anzahl der Verbindungen an, die von einem Knoten ausgehen. In den untersuchten Telegram-Netzwerken zeigt er, wie viele andere Akteure Inhalte eines Kanals teilen. Der Indegree erfasst umgekehrt die eingehenden Verbindungen und gibt hier an, Inhalte wie vieler anderer Akteure ein Kanal weiterverbreitet. Die genaue Interpretation beider Kennzahlen hängt von der festgelegten Richtung der Kanten ab. Entscheidend ist daher, ob eine Verbindung vom ursprünglichen zum teilenden Kanal oder in umgekehrter Richtung modelliert wird.
Pizzagate bezeichnet eine Verschwörungserzählung aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Sie wurde vor allem auf 4chan und Reddit verbreitet und behauptete fälschlicherweise, demokratische PolitikerInnen betrieben von einer Pizzeria aus einen Kinderhandelsring. Obwohl die Behauptungen widerlegt wurden, führten sie zu realer Gewalt. Die Erzählung wirkt bis heute in QAnon-Milieus fort und wurde dort in umfassendere Verschwörungsvorstellungen über angebliche Eliten und Kindesmissbrauch integriert.
Positive Aneignung bezeichnet die bewusste Umdeutung eines abwertenden Begriffs, Symbols oder Memes durch eine davon betroffene Gruppe. Ziel ist es, Scham und Fremdzuschreibungen zu überwinden sowie die Kontrolle über die Bedeutung zurückzugewinnen oder zumindest streitig zu machen. Dies zeigt sich etwa, wenn frühere Schimpfwörter als positive Selbstbezeichnungen verwendet werden. Die abwertende Wirkung soll dadurch abgeschwächt oder umgekehrt werden.
Der Frosch Pepe ist eine Cartoonfigur, die sich rechtsextreme Online-AktivistInnen der sogenannten Alt-Right aneigneten. Seine Popularität in der alternativen Rechten war nicht nur auf Darstellungen mit nationalsozialistischen und anderen rechtsextremen Symbolen zurückzuführen. Die Figur verkörperte zugleich eine Art überlegener Lässigkeit gegenüber anderen und eignete sich dadurch als Träger provokanter Botschaften. Auf diese Weise trug Pepe dazu bei, feindselige Haltungen gegenüber Minderheiten und politischen GegnerInnen in humoristisch oder ironisch erscheinender Form zu verbreiten.
Post-Digitalität bezeichnet einen gesellschaftlichen Zustand, in dem die durch digitale Informationstechnologien hervorgerufene Disruption bereits stattgefunden hat. Dies kann bedeuten, dass diese Technologien nicht mehr als neu oder revolutionär wahrgenommen werden. Darüber hinaus beschreibt das Post-Digitale einen technischen Zustand, der auf die sogenannte digitale Revolution folgt. Durch die Veralltäglichung vernetzter Computerprozesse und ihrer Ergebnisse ist Digitalität untrennbar mit unserer Lebensweise verbunden, sodass ihre Formen, Funktionen und Auswirkungen nicht mehr unbedingt bewusst wahrgenommen werden.
So lässt sich die Doppelrolle von NutzerInnen in sozialen Medien beschreiben, die ständig zwischen dem Konsum und der (Re-)Produktion von Inhalten changieren. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass das Sender-Empfänger-Verhältnis dort derart verflüssigt ist, dass unklar bleibt, wann genau KonsumentInnen zu ProduzentInnen werden. Das geschieht nicht nur bei kollaborativer Mitarbeit, etwa auf Wikipedia, sondern bereits dort, wo Inhalte geteilt oder retweetet und – noch subtiler – gelikt oder kommentiert werden. In der algorithmisch organisierten Öffentlichkeit erhöhen solche Handlungen den Interaktionswert eines Inhalts und damit seine Sichtbarkeit; selbst negative Bewertungen wirken reproduktiv.
Persuasion bezeichnet einen Prozess, bei dem eine Person versucht, die Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen oder Verhaltensweisen einer anderen Person oder Gruppe durch kommunikative Mittel zu verändern. Im Unterschied zu Zwang oder Gewalt beruht Persuasion auf dem Versuch, das Gegenüber von einer Position oder Handlung zu überzeugen. Dies kann durch unterschiedliche Kommunikationsformen geschehen, darunter Argumentation, Rhetorik, Metaphern, Narrative und visuelle Botschaften. Die Wirkung hängt sowohl von der Gestaltung der Botschaft als auch von den Erfahrungen und Einstellungen der EmpfängerInnen ab.
Poe’s Law beschreibt ein Phänomen der Netzkultur, bei dem extreme oder problematische Positionen kaum eindeutig von ihrer Parodie zu unterscheiden sind. Fehlen klare Hinweise wie Ironiemarker oder ein geteilter Kontext, kann eine überspitzte Aussage von Teilen des Publikums als ernst gemeint verstanden werden. Umgekehrt können tatsächliche Überzeugungen nachträglich als bloßer Scherz oder Trolling ausgegeben werden. Das Phänomen tritt besonders in polarisierten Online-Debatten auf, in denen verschiedene Gruppen kaum gemeinsame Verständigungsgrundlagen besitzen. Die Grenze zwischen Provokation, Satire und Überzeugung wird dadurch unscharf.
Das auch als »Principle of Charity« bekannte Prinzip stammt aus Philosophie und Rhetorik. Es fordert dazu auf, Aussagen möglichst rational und Argumente in ihrer stärksten plausiblen Form zu interpretieren. Dabei wird berücksichtigt, dass sich SprecherInnen missverständlich oder ungenau ausgedrückt haben könnten. EmpfängerInnen sollen zunächst nach dem nachvollziehbaren oder wahren Gehalt einer Aussage suchen, bevor sie diese kritisieren. Ziel ist es, vorschnelle Missverständnisse zu vermeiden und einen vernunftgeleiteten, deliberativen Austausch zu ermöglichen. Wohlwollen bedeutet dabei nicht, Einwände oder Widersprüche auszublenden.
Damit bezeichnen wir eine politische Haltung, die an traditionell konservativen Werten festhält, zugleich aber für progressive Positionen in gesellschafts-, umwelt- und migrationspolitischen Fragen offen ist. Mit Blick auf die CDU ist öffentlich häufig vom »liberalen« oder »modernen« Flügel die Rede, der meist mit dem politischen Einfluss Angela Merkels verbunden wird. Diese Bezeichnungen bleiben jedoch mehrdeutig und analytisch wenig trennscharf. Der von uns vorgeschlagene Ausdruck »postkonservativ« soll dieses Profil präziser von klassischen und rechtskonservativen Positionen abgrenzen.
Eine politische Bewegung, die seit 2014 gegen die »Islamisierung des Abendlandes« insbesondere in Dresden auf die Straße geht und in den folgenden Jahren Ableger in mehreren Städten herausbildete. Zu ihren Hochzeiten hatten PEGIDA-Demos bis zu 25.000 Teilnehmende, oftmals als »Spaziergänge« bezeichnet. PEGIDA gilt als paradigmatisch für dauerhafte Proteste und sprach viele Menschen außerhalb politischer Strukturen an. Sie steht zudem eng in Kontakt mit Akteuren wie der Identitären Bewegung oder der AfD.
Zur Prepper-Szene zählen Personen und Gruppen, die sich auf Katastrophen und den Zusammenbruch öffentlicher Versorgungsstrukturen vorbereiten. Dazu legen sie Vorräte an, betreiben Krisenvorsorge und organisieren ihren Selbstschutz. Das Spektrum reicht von individuellen HamsterkäuferInnen bis zu rechtsextremen Gruppen, die auf einen sogenannten »Tag X« hinarbeiten. Verbindend ist häufig das Misstrauen in die Fähigkeit staatlicher und demokratischer Institutionen, die Bevölkerung in Krisen zu versorgen und eine sichere Ordnung aufrechtzuerhalten.
In der Psychologie beschreibt Priming den Einfluss eines vorausgehenden Reizes auf die Verarbeitung nachfolgender Informationen. Dabei aktiviert der erste Reiz implizite Gedächtnisinhalte und macht bestimmte Begriffe, Deutungen oder Gefühle leichter abrufbar. Werden Themen wiederholt in einem bestimmten Zusammenhang dargestellt, können daher unbewusst verbundene Assoziationen und Ängste hervorgerufen oder verstärkt werden. Voraussetzung ist, dass zwischen den jeweiligen Inhalten bereits eine kognitive Verbindung besteht. Der Effekt kann Wahrnehmungen und Bewertungen beeinflussen, ohne bewusst bemerkt zu werden.
QAnon bezeichnet einen verschwörungsideologischen Kult, der auf anonym veröffentlichten Falschbehauptungen einer Person namens »Q« beruht. Im Zentrum steht die Erzählung, satanische und kannibalistische Eliten betrieben einen globalen Ring zum systematischen Kindesmissbrauch. Zugleich wird behauptet, ein »tiefer Staat« kontrolliere die Regierung. Entstanden ist QAnon während der ersten Präsidentschaft Donald Trumps, der in der Erzählung als Gegenspieler dieser vermeintlichen Eliten gilt.
Im Zuge der Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie entstand eine heterogene soziale bzw. politische Bewegung, die Zweifel an deren Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit mit einer teils radikalen Kritik an demokratischen Institutionen verband. Unter ihrem Dach versammelten sich ImpfgegnerInnen, VerschwörungsideologInnen, EsoterikerInnen sowie Angehörige rechter und rechtsextremer Gruppen. Trotz unterschiedlicher Motive einte sie das Misstrauen gegenüber staatlichen Stellen, etablierten Medien und wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Die Redirect-Methode ist ein Präventionsansatz gegen Radikalisierung, der auf Plattformen und in Suchmaschinen eingesetzt wird. Menschen, die nach extremistischen Begriffen oder Inhalten suchen, werden zu Gegenrede, Hilfsangeboten oder glaubwürdigen alternativen Informationen weitergeleitet. Ziel ist es nicht, Inhalte zu zensieren, sondern NutzerInnen im Moment der Suche auf andere Deutungen und Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen.
Red-Teaming ist eine Sicherheitsevaluierung, bei der unabhängige Teams prüfen, ob sich ein Produkt hacken oder seine Sicherheitsvorkehrungen umgehen lassen. Dieser Ansatz wird auch eingesetzt, um Schwachstellen generativer KI aufzudecken und unerwünschte Verhaltensweisen zu identifizieren, bevor externe Personen sie missbrauchen können. Jailbreaking ist ein verwandter Begriff und bezeichnet das Umgehen der von EntwicklerInnen vorgesehenen Einschränkungen eines Produkts. Bei Sprachmodellen werden durch Red-Teaming etwa verschiedene Jailbreaks gesucht, bei denen das LLM so manipuliert wird, dass es seine vorgegebenen Leitplanken umgeht.
Remigration ist ein ursprünglich aus der Wirtschafts- und Sozialforschung stammender Begriff. Er beschreibt die Rückkehr von Menschen in ihr Herkunftsland oder ihre Herkunftsregion nach einem längeren Auslandsaufenthalt. Die Neue Rechte eignete ihn sich als Kampfbegriff und Euphemismus für Vertreibung und Deportation an. Durch die Correctiv-Veröffentlichung Geheimplan gegen Deutschland erlangte der Begriff breite gesellschaftliche Aufmerksamkeit.
Reaktanz bezeichnet eine ablehnende oder widerständige Reaktion auf wahrgenommene Einschränkungen der eigenen Entscheidungs- und Handlungsfreiheit. Menschen können dabei gerade jene Position einnehmen oder verstärken, von der sie durch Verbote, Druck oder moralische Appelle abgebracht werden sollen. In polarisierten Debatten tritt dieser Effekt besonders häufig auf: Belehrungen und abwertende Zuschreibungen werden als Angriff auf die eigene Autonomie oder Gruppenidentität verstanden. Dadurch verhärten sich Positionen, während Kompromissbereitschaft und Offenheit für Gegenargumente abnehmen können.
Unter diesem Namen trat im Umfeld der Bundestagswahl 2017 ein rechtsextremes Online-Netzwerk in Erscheinung. Zeitweise vernetzten sich mehr als 5.000 Mitglieder über Discord. Dort koordinierten sie Aktionen in sozialen Medien, um politische Debatten zu beeinflussen, gegnerische Stimmen anzugreifen und eigene Inhalte sichtbarer zu machen. Aufgebaut wurde das Netzwerk von einem rechtsextremen YouTuber. Beteiligt waren unter anderem Personen aus dem Umfeld der NPD, der AfD und der Identitären Bewegung. Nach 2018 verlor die Gruppe an Bedeutung.
In einem Retweet-Netzwerk werden z.B. Twitter-NutzerInnen miteinander verbunden, wenn sie Beiträge anderer Accounts weiterverbreiten. Solche Verbindungen bilden Interaktionen und mögliche inhaltliche Nähe ab. Ein Retweet kann häufig als Zustimmung oder Unterstützung interpretiert werden, ist jedoch nicht zwangsläufig affirmativ. Gegenpositionen werden oft als Screenshot geteilt, um dem ursprünglichen Account keine zusätzliche Reichweite zu verschaffen. Für die Analyse muss dennoch der jeweilige Kontext berücksichtigt werden.
Shitposting bezeichnet das absichtliche Veröffentlichen absurder, provokanter, minderwertiger oder chaotischer Inhalte. Es kann als harmloser Humor und spielerischer Bruch mit Kommunikationserwartungen auftreten, aber auch strategisch eingesetzt werden. Ziel ist es dann, verständigungsorientierte Diskussionen zu stören oder unmöglich zu machen, Aufmerksamkeit zu erzeugen und starke Reaktionen hervorzurufen. Die Grenze zu Trolling ist fließend.
Stitches sind eine TikTok-Funktion, mit der ein bis zu fünf Sekunden langer Ausschnitt aus einem fremden Video in ein eigenes Video eingebaut und anschließend kommentiert werden kann. Sie dienen der Reaktion, Kritik, Kontextualisierung oder kreativen Weiterverarbeitung von Inhalten. Stitches können jedoch auch genutzt werden, um ursprüngliche CreatorInnen öffentlich anzugreifen oder deren Aussagen aus dem Zusammenhang zu lösen. Voraussetzung ist, dass die Funktion für das Ausgangsvideo freigegeben wurde.
Eine »Self-fulfilling Prophecy« oder selbsterfüllende Prophezeiung liegt vor, wenn eine Erwartung Handlungen auslöst, durch die das erwartete Ergebnis tatsächlich eintritt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die ursprüngliche Annahme zutraf. So kann die Befürchtung eines bestimmten Ereignisses gerade jene Reaktionen hervorrufen, die es wahrscheinlicher machen. Der Effekt kann sowohl negative als auch positive Erwartungen betreffen. Das sozialpsychologische Konzept verdeutlicht, wie Vorstellungen im Zusammenspiel mit dem Verhalten anderer Menschen gesellschaftliche Wirklichkeit erzeugen können. Es findet unter anderem in Soziologie, Psychologie und Ökonomie Anwendung.
Stock-Images sind vorproduzierte, professionell aufgenommene Bilder, die von Bilddatenbanken und Lizenzanbietern zur Nutzung angeboten werden. Der Begriff dient vor allem der Abgrenzung zur Auftragsfotografie, bei der Bilder für einen vorher festgelegten Zweck angefertigt werden. »Stock« bedeutet in diesem Zusammenhang »Vorrat«, da die Bilder im Voraus produziert werden. Sie können anschließend für Werbung, Webseiten, Publikationen oder soziale Medien lizenziert werden, ohne dass dafür eigene Fotografien in Auftrag gegeben werden müssen.
Der Digital Services Act (DSA) verpflichtet Betreiber sehr großer Online-Plattformen (VLOPs) und sehr großer Online-Suchmaschinen (VLOSEs), mindestens jährlich systemische Risiken zu ermitteln, zu analysieren und zu bewerten. Diese können sich aus dem Design, der Nutzung oder der Funktionsweise ihrer Dienste und algorithmischen Systeme ergeben. Dazu zählen etwa die Verbreitung illegaler Inhalte und geschlechtsbezogener Gewalt sowie tatsächliche oder absehbare negative Folgen für Grundrechte, den zivilgesellschaftlichen Diskurs, Wahlprozesse, das Gesundheitswesen, Minderjährige, die öffentliche Sicherheit und das körperliche oder geistige Wohlbefinden von NutzerInnen.
Im Kontext terroristischer Einzeltaten wird häufig das Konzept des stochastischen Terrorismus herangezogen. Es geht davon aus, dass politische Gewalt dort wahrscheinlicher wird, wo Gewaltrhetorik den politischen Diskurs eines Milieus prägt. Gemeint sind nicht unbedingt direkte Gewaltaufrufe, sondern auch Aussagen, die Hass gegen bestimmte Personen oder Gruppen schüren und von anderen als Aufforderung zu gewalttätigem Handeln verstanden werden können. Das Konzept reagiert auf die Auflösung fester Strukturen in extremistischen Bewegungen und berücksichtigt die Tragweite der Massenmedien bei der Vermittlung solcher Botschaften.
Als Shadowbanning wird eine intransparente Moderationspraxis digitaler Plattformen bezeichnet, bei der die Sichtbarkeit von Accounts oder einzelnen Inhalten algorithmisch eingeschränkt wird, ohne dass die Betroffenen darüber informiert werden. Beiträge bleiben zwar abrufbar, werden aber seltener empfohlen, in Suchergebnissen schlechter platziert oder anderen NutzerInnen kaum noch angezeigt. Viele AktivistInnen vermuten, dass die Reichweite ihrer Inhalte auf diese Weise gedrosselt wird. Der Nachweis ist jedoch schwierig, da Plattformen meist keine genauen Auskünfte über ihre Empfehlungs- und Moderationsmechanismen geben.
Gemeint ist eine Dynamik, bei der der Versuch, eine Information zu zensieren, zu unterdrücken oder zu verbergen, unbeabsichtigt zu noch größerer Aufmerksamkeit führt. Benannt wurde das Phänomen nach der Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand. Die Bezeichnung entstand, nachdem sie 2003 versucht hatte, die Verbreitung eines Fotos ihres Hauses in Kalifornien zu verhindern, was zu erheblich größerer öffentlicher Aufmerksamkeit für das Foto führte. Umgangssprachlich wird der Begriff, etwa im digitalen Raum, oft auch verwendet, um zu beschreiben, dass der Versuch, etwas zu bekämpfen, genau das Gegenteil bewirkt und die unerwünschte Sache nur noch verstärkt. Im engeren Sinne geht es bei dem Begriff jedoch um die Karriere von Informationen.
Eine »Self-fulfilling Prophecy« oder selbsterfüllende Prophezeiung liegt vor, wenn eine Erwartung Handlungen auslöst, durch die das erwartete Ergebnis tatsächlich eintritt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die ursprüngliche Annahme zutraf. So kann die Befürchtung eines bestimmten Ereignisses gerade jene Reaktionen hervorrufen, die es wahrscheinlicher machen. Der Effekt kann sowohl negative als auch positive Erwartungen betreffen. Das sozialpsychologische Konzept verdeutlicht, wie Vorstellungen im Zusammenspiel mit dem Verhalten anderer Menschen gesellschaftliche Wirklichkeit erzeugen können. Es findet unter anderem in Soziologie, Psychologie und Ökonomie Anwendung.
Im Netzjargon bezeichnet eine Sockenpuppe ein zusätzliches Benutzerkonto, mit dem eine Person unter einer anderen Identität auftritt. Mehrere solcher Accounts können koordiniert eingesetzt werden, um Zustimmung vorzutäuschen, Debatten zu beeinflussen oder einzelne NutzerInnen anzugreifen. Für Außenstehende entsteht dabei der Eindruck, verschiedene reale Personen äußerten unabhängig voneinander ähnliche Positionen. Der Ausdruck wird häufig mit »Fake-Account« gleichgesetzt. Dieser Oberbegriff umfasst jedoch auch Konten, hinter denen keine gezielte Mehrfachidentität derselben Person steht.
Eine Situationsdefinition bezeichnet die Deutung einer Lage durch handelnde AkteurInnen. Sie umfasst Annahmen darüber, wie ein Ausschnitt der Welt beschaffen ist, welche Bedingungen vorliegen und welche Reaktionen auf bestimmte Handlungen zu erwarten sind. Dem Thomas-Theorem zufolge richtet sich menschliches Handeln nicht allein nach objektiven Umständen, sondern danach, wie diese wahrgenommen und bewertet werden. Situationsdefinitionen wirken daher realitätsbildend: Wenn Menschen eine Situation als wirklich ansehen, wird sie in ihren Folgen wirklich – unabhängig davon, ob die ursprüngliche Deutung zutrifft.
Der Begriff bezeichnet ein Stichprobenverfahren der Sozialwissenschaften, bei dem ausgehend von ausgewählten Fällen weitere Untersuchungseinheiten über bestehende Verbindungen erschlossen werden. Durch dieses Schneeballverfahren entsteht schrittweise eine Stichprobe, anhand derer sich unter bestimmten Voraussetzungen allgemeinere Aussagen treffen lassen. Im digitalen Kontext können Nachrichtenweiterleitungen, Retweets oder Follows als Verbindungen dienen. Häufig wird dabei eine Ähnlichkeit zwischen verbundenen Akteuren angenommen. Zu prüfen ist jedoch, ob die Verbindung Nähe ausdrückt oder auf negativer Bezugnahme beruht.
Der Begriff bezeichnet ein Stichprobenverfahren der Sozialwissenschaften, bei dem ausgehend von ausgewählten Fällen weitere Untersuchungseinheiten über bestehende Verbindungen erschlossen werden. Durch dieses Schneeballverfahren entsteht schrittweise eine Stichprobe, anhand derer sich unter bestimmten Voraussetzungen allgemeinere Aussagen treffen lassen. Im digitalen Kontext können Nachrichtenweiterleitungen, Retweets oder Follows als Verbindungen dienen. Häufig wird dabei eine Ähnlichkeit zwischen verbundenen Akteuren angenommen. Zu prüfen ist jedoch, ob die Verbindung Nähe ausdrückt oder auf negativer Bezugnahme beruht.
Die Sezession ist eine einflussreiche Theorie- und Debattenzeitschrift der Neuen Rechten. Sie erscheint zweimonatlich und wird durch einen Blog ergänzt, auf dem verschiedene Akteure der Neuen Rechten Beiträge und Kolumnen veröffentlichen. Anders als ein publizistisches Breitenmedium richtet sich die Zeitschrift vor allem an ein ideologisch gefestigtes Publikum. Innerhalb der Neuen Rechten dient sie der theoretischen Selbstverständigung, der Auseinandersetzung mit politischen und kulturellen Fragen sowie der Verbreitung zentraler Begriffe und Deutungsmuster.
Der 1871 erschienene Science-Fiction-Roman stammt von Edward Bulwer-Lytton. Darin lebt eine technisch überlegene Gesellschaft unter der Erde, die sich die geheimnisvolle Kraft Vril zunutze macht. Der Roman und insbesondere die Vorstellung dieser Urkraft wurden später in esoterischen und verschwörungsideologischen Kreisen aufgegriffen und mit unterschiedlichen weltanschaulichen Deutungen verbunden. Dabei wurde die ursprünglich fiktive Erzählung teilweise als Beschreibung realer geheimer Kräfte oder Zivilisationen umgedeutet.
Der Ausdruck »The Great Noticing« entstand auf 4chan als Selbstbeschreibung vermeintlich Aufgeklärter. Gemeint ist das angebliche Erkennen eines verborgenen jüdischen Einflusses auf Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Formulierung dient als antisemitischer Code: Anstatt Verschwörungsbehauptungen offen auszusprechen, werden sie als bloße Beobachtung oder Erkenntnis dargestellt. Wer widerspricht, gilt innerhalb der Erzählung als unwissend oder manipuliert.
Als Triggerpunkte gelten Reizthemen, die auf einer oder mehreren Seiten einer Kommunikationsbeziehung starke politische Emotionen auslösen und dadurch polarisierend wirken. Dabei müssen die Normen und Werte der beteiligten Konfliktparteien nicht grundsätzlich weit auseinanderliegen. Entscheidend ist vielmehr, dass der Bereich dessen, was jeweils als legitime Sichtweise gilt, subjektiv sehr eng gefasst wird. Schon geringe Abweichungen können deshalb als fundamentaler Gegensatz oder als Angriff auf die eigene Position wahrgenommen werden und den Konflikt erheblich verschärfen.
Hierbei handelt es sich um ein statistisches Verfahren, mit dem latente, also nicht unmittelbar sichtbare Themen in größeren Dokumentenmengen identifiziert werden. Jedes Thema wird als Wahrscheinlichkeitsverteilung charakteristischer Wörter modelliert. Das Verfahren nimmt an, dass häufig gemeinsam auftretende Wörter auf ein geteiltes Thema verweisen. So lassen sich umfangreiche Textsammlungen strukturieren und thematische Muster erkennen. Die ermittelten Themen müssen anschließend inhaltlich interpretiert und benannt werden.
Tribalismus beschreibt ein soziales Phänomen, bei dem sich individuelle Positionen stark an der Zugehörigkeit zu einer Bezugsgruppe orientieren. Deren Überzeugungen werden häufig unkritisch übernommen, während den Ansichten anderer Gruppen grundsätzlich mit Misstrauen begegnet wird. Mitunter genügt bereits die Zuordnung einer Position zum gegnerischen Lager, um sie abzulehnen und aus Loyalität zur eigenen Gruppe die Gegenposition einzunehmen. Sachliche Abwägungen treten dabei hinter Gruppenzugehörigkeit und Abgrenzung zurück. Der Ausdruck »Stamm« ist in diesem Zusammenhang metaphorisch gemeint.
Trolling bezeichnet ein digitales Verhalten, das durch gezielte Provokationen Reaktionen hervorrufen und ein bestimmtes Publikum unterhalten soll. Häufig werden einzelne Personen bloßgestellt oder angegriffen, wobei die Schadenfreude der eigenen Gruppe auf ihre Kosten entsteht. Trolling entwickelte sich in der frühen Internetkultur zunächst als Spiel mit Regeln und Erwartungen digitaler Kommunikation. Seit Mitte der 2010er-Jahre nutzen auch politische und demokratiefeindliche AkteurInnen diese Praxis zunehmend, um GegnerInnen einzuschüchtern, Debatten zu stören und Hass zu verbreiten.
Als »Third Position« gilt eine nationalrevolutionäre Strömung des Neofaschismus, die sich gleichermaßen gegen liberalen Kapitalismus und Kommunismus richtet. In ihren offen antikapitalistischen Ausprägungen fordert sie eine radikal neue Weltordnung und wendet sich insbesondere gegen den vermeintlichen Wirtschafts-, Kultur- und Militärimperialismus der USA. Außenpolitisch strebt sie eine Neuordnung internationaler Beziehungen jenseits der traditionellen Machtblöcke an. Dabei solidarisiert sie sich häufig mit blockfreien Staaten und Bewegungen, die sich im Konflikt mit den USA oder der früheren Sowjetunion befinden.
Der 2013 von Pawel Durow gegründete Messenger Telegram ermöglicht private Kommunikation sowie die Verbreitung von Inhalten über große Gruppen und Kanäle. Durow hatte zuvor das russische soziale Netzwerk VK aufgebaut und Russland nach Konflikten über staatliche Einflussnahme verlassen. Besonders in osteuropäischen Ländern ist Telegram weit verbreitet. In Deutschland steht der Dienst in der Kritik, weil er lange nur unzureichend gegen strafbare Inhalte vorging. In demokratiefeindlichen Milieus gewann die Plattform vor allem während der Corona-Pandemie an Bedeutung, auch weil andere soziale Netzwerke ihre Moderation verschärften.
Als Vril wird die fiktive, geheimnisvolle Lebensenergie oder Urkraft einer überlegenen Zivilisation in Edward Bulwer-Lyttons Roman The Coming Race bezeichnet. Später wurde Vril in okkulten und esoterischen Kreisen sowie in nationalsozialistischen Mythen zur angeblichen Urkraft der »arischen Rasse« umgedeutet. Diese Vorstellung ist nicht historisch belegt und gehört in den Bereich verschwörungsideologischer und pseudowissenschaftlicher Erzählungen.
Ähnlich wie beim Vlogging handelt es sich beim Vodcast um ein audiovisuelles Format, bei dem sich zwei oder mehrere Personen während einer sprachzentrierten Unterhaltung filmen oder filmen lassen. Der Ausdruck verbindet »Video« und »Podcast«. Als crossmediales Format kann ein Vodcast sowohl mit Bild auf digitalen Endgeräten angesehen als auch unterwegs wie ein klassischer Podcast angehört werden. Die visuelle Ebene ergänzt das Gespräch etwa durch Mimik, Gestik, Einblendungen oder gezeigte Gegenstände, ohne dass die Inhalte zwingend vom Bild abhängig sein müssen.
Der Ausdruck wurde vor allem von konservativen AkteurInnen geprägt und bezeichnet den Vorwurf, dass insbesondere sogenannte »woke« AkteurInnen kulturelle oder politische Praktiken weniger wegen ihres erklärten Zwecks als zur öffentlichen Zurschaustellung der eigenen moralischen Haltung nutzen. Entsprechende Äußerungen sollen demnach vor allem die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe und die eigene moralische Überlegenheit signalisieren. Der Begriff wird einerseits als politischer Kampfbegriff verwendet, lässt sich andererseits aber auch mit verwandten Konzepten aus der Moral- und Sozialpsychologie wissenschaftlich untersuchen.
Der Ausdruck wurde vor allem von konservativen AkteurInnen geprägt und bezeichnet den Vorwurf, dass insbesondere sogenannte »woke« AkteurInnen kulturelle oder politische Praktiken weniger wegen ihres erklärten Zwecks als zur öffentlichen Zurschaustellung der eigenen moralischen Haltung nutzen. Entsprechende Äußerungen sollen demnach vor allem die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe und die eigene moralische Überlegenheit signalisieren. Der Begriff wird einerseits als politischer Kampfbegriff verwendet, lässt sich andererseits aber auch mit verwandten Konzepten aus der Moral- und Sozialpsychologie wissenschaftlich untersuchen.
Das Konzept beschreibt die Fairness von Prozessen und Verfahren, die zu einer Entscheidung oder einem Urteil führen. Entscheidend ist demnach nicht nur das Ergebnis, sondern auch, wie es zustande kommt. Dazu gehören die Gleichbehandlung aller Beteiligten, transparente Abläufe, die konsistente Anwendung von Regeln sowie die Möglichkeit, die eigene Sichtweise einzubringen. Als gerecht wahrgenommene Verfahren können die Legitimität und Akzeptanz von Entscheidungen stärken – auch dann, wenn einzelne Beteiligte mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind. Voraussetzung ist, dass der Prozess als unvoreingenommen und nachvollziehbar gilt.
Das Begriffspaar geht auf den Soziologen Max Weber zurück und unterscheidet idealtypisch zwei Handlungslogiken. Verantwortungsethisches Handeln berücksichtigt die absehbaren Folgen des eigenen Tuns und bezieht sie in politische Entscheidungen ein. Gesinnungsethisches Handeln orientiert sich dagegen vor allem daran, ob es den eigenen moralischen Prinzipien entspricht. Verantwortung bedeutet bei Weber auch, sich als Teil komplexer Konfliktdynamiken zu begreifen, in denen das eigene Handeln den angestrebten Zielen zuwiderlaufen kann. Beide Orientierungen schließen sich in der Praxis nicht zwangsläufig aus.
In der digitalen Kommunikation beschreibt Viralität die schnelle und nur bedingt vorhersehbare Verbreitung von Inhalten. Begünstigt wird sie durch algorithmisch strukturierte Öffentlichkeiten sowie durch das Teilen und Weiterverarbeiten durch NutzerInnen. Dabei kann sich ein Beitrag scheinbar von seinen UrheberInnen lösen und eine große Reichweite entwickeln. Durch die stetige Reproduktion gewinnen virale Inhalte an Sichtbarkeit und können als meinungsbildend wahrgenommen werden. Besonders emotionalisierende Inhalte werden häufig geteilt, weshalb Emotionen als ein zentraler »Viralitätsmotor« gelten.
Bei diesem TikTok- und Reels-Format inszenieren sich Personen als Teil einer Gruppe und nennen anschließend eine vermeintlich typische Eigenschaft oder Tätigkeit, etwa: »Wir sind MATR, natürlich machen wir Data Science.« Das Meme spielt mit Klischees über Gruppen, Berufe oder Szenen. Je nach Kontext kann es selbstironisch, identitätsstiftend oder ausgrenzend wirken.
Die Online-Phrase drückt zunächst auf scheinbar harmlose Weise Überraschung aus. In antisemitischen Kontexten wird sie jedoch als Code verwendet: NutzerInnen behaupten, hinter einem Ereignis stünden erneut Jüdinnen und Juden oder jüdische Organisationen, und geben sich darüber demonstrativ wenig überrascht. Die Formulierung transportiert so eine antisemitische Verschwörungserzählung, ohne sie ausdrücklich auszusprechen.
Damit war zunächst eine politische Strömung um Sahra Wagenknecht gemeint, die sich 2023 von der Linkspartei abspaltete. Mit dem Verein »Bündnis Sahra Wagenknecht« schuf sie die Grundlage für eine eigene Partei. Die Strömung verband linke wirtschafts- und sozialpolitische Forderungen mit migrationskritischen und gesellschaftspolitisch konservativen Positionen und wurde daher häufig als linkskonservativ bezeichnet. Aus dem Verein ging im Januar 2024 die Partei »Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit« (BSW) hervor.
Yakub ist eine Figur aus der Lehre der Nation of Islam. Der Erzählung zufolge sei er ein Wissenschaftler gewesen, der »weiße Menschen« erschaffen habe. Die Geschichte ist religiös-mythologisch und pseudohistorisch und wird häufig in rassistischen oder antisemitischen Kontexten aufgegriffen. Im Zusammenhang mit dem Agartha-Meme erscheint Yakub als schwarzer Mann mit einem großen, knollenförmigen Kopf. In dieser Darstellung prüft er, ob bestimmte Personen Eintritt nach Agartha erhalten.
Der aus der Bewegungsforschung stammende Begriff (häufiger in seiner englischen Form Certification verwendet) bezeichnet die Anerkennung eines politischen Akteurs, seiner Handlungsformen und seiner Forderungen durch eine externe Autorität. Eine solche Autorität signalisiert damit, dass sie den Akteur als legitimen Gegenüber behandelt und seine Ansprüche als verhandlungswürdig einstuft.